Alle Ehre macht die Firma Walz dem Begriff "Hidden Champions", wie in der Wirtschaftssprache die versteckten Gewinner mit ihren Nischenprodukten bezeichnet werden. Denn man findet sie nur schwer in den verborgenen Winkel im Eichenring in Effeltrich - und man vermutet kaum, dass in einem Haus, das sich mit seinem Satteldach kaum von den Eigenheimen ringsherum unterscheidet, Jahresumsätze von über sechs Millionen Euro erzielt werden.

Mit der Einzigartigkeit ihrer Messgeräten, mit denen unter anderem die Photosynthese von Pflanzen untersucht werden kann, gehört die Firma Walz zu den Weltmarktführern. Den Hauptumsatz bringen spezielle Chlorophyll Fluoreszenz -Messgeräte, von denen einige auch für den Einsatz unter der Meeresoberfläche geeignet sind.

Exportpreis erworben

Erst im vergangenen Jahr gewann die Firma Heinz Walz den "Exportpreis Bayern 2013" in der Kategorie Handwerk. Die damals gehaltene Laudatio spiegelt anschaulich den Werdegang der Firma: "Im Jahr 1972, als die ganze Welt nach München und zu den Olympischen Spielen schaute, machte sich im Frankenland ein Handwerker ganz andere Gedanken - und zwar zur Photosynthese". Das war Heinz Walz.

"Mein Vater war 25 Jahre lang bei Siemens mit der Entwicklung von Messgeräten beschäftigt", erzählt Harald Walz, der heute mit seinem Bruder Steffen die Firma leitet. Als sich Siemens im Zuge von Umstrukturierungen von dieser Produktsparte verabschiedet habe, erkannte Heinz Walz seine Chancen in diesem Nischengeschäft und machte sich selbständig.

Eigene Innovationen

Was als "Keller-Werkstatt" begann hat sich längst zu einem mittelständigen Unternehmen gemausert, das international tätig ist. Das zeigt sich alleine schon im englischsprachigen Internet-Auftritt. "Unsere Kunden sind vor allem Universitäten - vorwiegend im Ausland - die mit unseren Messgeräten Forschungsarbeit betreiben, hauptsächlich im botanischen Bereich", erklärt Harald Walz. Die Wissenschaft benötigt für ihre Forschung Spezialgerät, mit denen die Photosynthese von Pflanzen gemessen werden kann.

Mit einer eigenen Innovation gelang dem Elektromeister Heinz Walz der Durchbruch: Er entwickelte ein technisches Verfahren, mit dem Messanlagen klimatisiert werden können. Seitdem kann die Photosynthese auch unter Freilandbedingungen erforscht werden - ohne, dass die Sonnenerwärmung zu Problemen führt. Eine Weiterentwicklung stellen Geräte dar, welche die Effizienz der Lichtnutzung bei der Photosynthese mit Hilfe der Fluoreszenz messern. Solche Chlorophyll Fluoreszenz-Messgeräte werden seit den achtziger Jahren bei Walz hergestellt.

"Dies ist die Produktsparte, mit der wir mittlerweile den größten Umsatz machen", betont Harald Walz nicht ohne Stolz. Die Konkurrenz sei rar gesät - höchstens zehn Firmen würden sich auf diesem speziellen Markt ""tummeln". Seine Firma ist mit den Chlorophyll Fluoreszenz-Messgeräten auf dem Weltmarkt führend.

Handwerk trifft High-Tech

Getreu dem Motto "Handwerk trifft Hochschule und High-Tech" entwickelt die Firma Walz mit ihren 35 Beschäftigten, zusammen mit verschiedenen Universitäten, diese hochspezialisierten Messgeräte.
Rund 400 davon gehen pro Jahr von Effeltrich aus hinaus in alle Welt.