Den Bohrer mit den verschiedenen Aufsätzen, Kunststofffüllungen, Spritzen und viele andere Materialien und Utensilien hat Heike Berger in ihren rollenden Behandlungsraum schon gepackt. Denn die Zahnärztin, ihre beiden Helferinnen Deborah Fiolka und Jennifer Starklauf sowie Heike Bergers Bruder Stefan Bader, der in Bonn Zahnarzt ist, werden an diesem Freitag für zwei Wochen in den Norden Namibias fliegen und dort hilfesuchende Menschen kostenlos behandeln.

Der Flug geht von Frankfurt nach Windhuk. Von dort geht es mit dem Pick-up weiter nach Grootfontein. Heike Berger möchte einfach wieder helfen. Warum? "Es geht uns einfach zu gut. Wer hier jammert, muss mal sechs Wochen rüber", sagt Berger.


Wie eine Zeitreise

Für die Organisation "Ärzte für die Dritte Welt" war Berger schon einmal im Einsatz auf den Philippinen. "Das war wie eine Zeitreise", erinnert sich Berger. Es habe nicht einmal fließendes Wasser gegeben.
Was sie in Namibia erwartet, ist ebenfalls ungewiss. Ein wenig Abenteuergeist gehört für das Unternehmen dazu. Die Arbeit in Namibia läuft über die "DWLF" - so heißen die Zahnärzte ohne Grenzen. Um alles Notwendige kümmern müssen sich Heike Berger und ihr Bruder Stefan Bader allerdings selbst. Und auch alles selbst bezahlen: den Flug, die Hotelkosten, das Essen.


Große Nachfrage

Dies gilt auch für die Zahnarzthelferinnen, die mit nach Namibia fliegen. Abenteuer zu wagen. Deren Kosten wird aber Heike Berger übernehmen.

Illusionen über ihre Zeit in dem südwestafrikanischen Land macht sie sich keine: "Die Nachfrage wird groß sein." Gerade deshalb müssen Prioritäten gesetzt werden. Zuerst werden die Menschen mit Schmerzen behandelt. Der Großteil der Arbeit wird darin bestehen, Zähne zu ziehen. Selbst eine Wurzelbehandlung würde nicht immer durchgeführt werden können. Im oberen Schneidezahnbereich noch machbar, würde es im Unterkiefer aufgrund möglicher Komplikationen schwieriger sein. Der Zahn würde dann eher gezogen werden. "Wir sind immer nur einen Tag in einem Ort", erklärt Berger. Mit dabei haben die Zahnärzte zwei mobile Einheiten, Instrumente, mobile Drucktöpfe zur Sterilisation, Füllungsmaterialien und Medikamente. "Die Dörfer werden über das Radio von unserem Besuch informiert."

Später wechseln sie in die Tsumkwe Lodge, um noch weiter nach Osten zu kommen. "Dort leben die Buschmänner", sagt die Zahnärztin. Von dort aus geht es nach Grootfontein zurück.