Für die Zukunft des Forchheimer Stadtwaldes muss niemand schwarz sehen. Die "Zukunftsbäume" im Stadtwald, die Buchen, Eichen, Föhren oder Tannen, die das Bild des Stadtwaldes in zehn, 20 Jahren bestimmen, sind rot gekennzeichnet. Zur Freude von Stadtrat Günther Hammer (SPD), der zufrieden registrierte, dass die Bedränger der rot markierten Bäume sukzessive entfernt werden, damit sich die "Z-Bäume" gut entwickeln können.

Diese Verjüngungsmaßnahmen ziehen sich durch den gesamten Stadtwald. So wurden im Bereich "Erlberg" gegenüber der Lichteneiche am Aufgang zu den Unteren Kellern 30 Festmeter Holz entnommen. Solche Maßnahmen seien alle drei bis fünf Jahre notwendig, erklärte Stadtförster Stefan Distler. Nur so könne ein stabiler Bestand gewährleistet werden. "Wie die Krone, so das Wurzelwerk", so der Forstexperte, der darauf verwies, dass vom jetzigen Bestand nur etwa 20 Prozent übrig bleiben werde. Aber langsam. "Da wird immer wieder mal ein Stamm rausgezwickt, denn der Wald muss sich an die Veränderung erst gewöhnen."

Ein Baum muss weg

Sofort handeln musste der Stadtförster bei zwei Eichen in der so genannten Lützelberger-Kurve. Vor den Augen der Stadträte fällten die Waldarbeiter Günther Dotterweich und Frank Hofmann einen nicht mehr vitalen Eichenstamm, der durch Trametenpilze, Schiller- und Schwefelporling derart geschädigt war, dass die Standfestigkeit nicht mehr gegeben war. "Mitten im Wald hätte ich ihn stehen lassen, aber an dieser exponierten Stelle wäre er eine Gefahr", erklärte Distler.

Bei dieser Gelegenheit wies der Forstexperte darauf hin, dass die Stadt jährlich 15.000 Euro für Sicherungsmaßnahmen an den Bäumen ausgibt. Mit Hilfe mehrerer Hubsteiger werden die Bäume ausgelichtet und verdorrte Äste entfernt.

Viel zu gefährlich

Auf den Oberen Kellern im Bereich des Weißtaubenkellers, der zurzeit von einem Team von Wissenschaftlern untersucht wird, mussten 13 Eichen entnommen werden. "Wir mussten Druck wegnehmen" erklärt Distler. Durch den Dauerregen hatte der Sandstein viel Wasser aufgesaugt und war schwer geworden. Die Lehmfugen zwischen den einzelnen Felsformationen wurden teilweise ausgespült, so dass einzelne Felsbrocken heruntergefallen waren, informierte Bauamtsleiter Gerhard Zedler. "Die Steine stehen da auf halb sieben", erläuterte Zedler. Sein Fazit: "Ich lasse da keine städtischen Mitarbeiter mehr rein. Das ist mir viel zu gefährlich. Noch sei unklar, ob der Keller für Besucher wieder geöffnet werden kann. Teile müssten auf alle Fälle gesperrt bleiben. Auch der Bereich auf dem Keller musste gesperrt werden.

Um zu verhindern, dass das Gewölbe einstürzt, sollen künftig statt der Tiefwurzler flach wurzelnde Bäume oder Sträucher auf diesem Keller angepflanzt werden. Stadtförster Distler denkt hier an den Weißdorn oder die Vogelbeere. "Damit tun wir auch etwas für die Artenvielfalt", unterstrich der Förster.

Den gesamten Holzeinschlag im Stadtwald bezifferte er auf 2153 Festmeter. Die Planzahlen gehen von 3300 Festmetern Stammholz aus. "Deshalb ist da noch Luft", sagte Distler. Er erläuterte: "Holzeinschlag gibt es nur dort, wo es notwendig ist. Aus Nachhaltigkeitsgründen."

10.000 Euro kommen in die Kasse

Der Stadtförster will den Wald fit machen für die Zukunft. Dazu gehört die "Jugendpflege" des 1,14 Hektar großen Eichen-Mischbestandes im Hainbronnen, die mit 400 Euro pro Hektar bezuschusst wird, ebenso wie die Verjüngung im "Rosengarten". 85 Mann machten im Stadtwald Holz. Größtenteils Selbstwerber. Sie brachten heuer bereits 10.000 Euro in die Kasse.

Im Stiftungswald in Oesdorf konfrontierte Distler die Stadtrats-Mitgliedern mit den 200 Festmetern Kiefer-Stammholz, die dort entnommen wurden. Gleichzeitig veranschaulichte er die Jundurchforstung der 1,94 Hektar großen Förderfläche im "Reutersgraben". In Augenschein nahm das Gremium auch den "Großen Förling", wo 750 Festmeter Kiefernholz eingeschlagen wurden und den städtischen Pflanzgarten.