Die Nacht zum Mittwoch hat Christopher Fleith nicht geschlafen. Er saß bis zum Morgen vor dem Computer, um einen günstigen Flug nach London zu ergattern.

Bis Dienstag wusste der 20-jährige Forchheimer nichts von seinem Glück. Nicht er, der Bayern-Fan, sondern seine Mutter war es, die von einer Bekannten eine Karte für das Champions League-Finale bekommen hatte. Doch die Mutter erkrankte - und nun darf der Sohn fliegen.

Und weil Christopher Fleith Volontär bei Radio Bamberg ist, wird es kein privater Ausflug nach Wembley werden. "Uns allen in der Redaktion war von Anfang an klar, wir nutzen das", sagt Christopher Fleith.
Aber so einfach ist die Chance zur Berichterstattung aus dem Stadion gar nicht zu nutzen. Denn natürlich hat der lokale Bamberger Radiosender keine Akkreditierung. Und Nachwuchsreporter Fleith hat schon die fünfseitige Liste der UEFA studiert, in der steht, was er alles nicht mit ins Stadion nehmen darf. Natürlich muss auch sein Mikrofon und sein Aufnahmegerät draußen bleiben.

Im Stadion wird der Forchheimer per Handy für einige O-Töne sorgen. Doch die Hauptaufgabe seiner Reise wird darin liegen, am Flughafen, auf dem Weg durch die Stadt und nach dem Spiel die Stimmung einzufangen.
Wie oft schon seit Dienstag hat sich Christopher Fleith dieses "überwältigende Ereignis" ausgemalt: Die Fahrt mit dem Auto nach Prag, den Abflug um 14.45 Uhr; die Landung am Londoner Flughafen Luton um 15.45 Uhr Ortszeit; die Fahrt mit der U-Bahn ins Stadion, die Stimmung der 82 000 Zuschauer; seinen eigenen Sitzplatz am Rande der West-Kurve, wo die Bayern-Fans versammelt sind; die Dortmund-Fans gegenüber in der Ost-Kurve...

"Es wird ein Riesentrip und ich lass mich einfach auf das ein, was kommt", freut sich Christopher Fleith. Allerdings hat er die logistischen Herausforderungen noch nicht bis ins Detail gelöst. Etwa: Wo soll er seine Reporter-Ausrüstung lassen, wenn er ins Stadion geht? Was genau soll er anziehen, um nicht zu frieren? Soll er Ersatzkleidung mitnehmen, falls er in den Londoner Regen kommt?

Der Forchheimer will mit so wenig Gepäck wie möglich nach London fliegen. Auch ein Hotel hat er nicht gebucht. Nach dem Spiel wird er berichten; nachts vielleicht ein paar Stunden am Flughafen schlafen.
Fest steht für Christopher Fleith nur dreierlei. Unter seiner Jacke wird er das Fan-Trikot mit dem FC Bayern-Emblem und mit der Aufschrift "Final Wembley 2013" tragen ; er wird um sieben Uhr wieder im Flugzeug nach Prag sitzen und er wird einen Sieg der Bayern gesehen haben. 3:1, darauf hat er gewettet.