Rund um die Uhr auf Facebook. Das ist für 840 Millionen Nutzer dank Smartphone, I-Pad, Laptop und Co. ganz normal. Doch im Sozialen Netzwerk tummeln sich auch Unternehmen und Vereine aus dem Landkreis Forchheim und nutzen die Plattform - aus unterschiedlichen Gründen.


Werbung für Events


"Der Grund, warum wir eine Seite erstellt haben, war unser 100. Jubiläum 2011. Facebook war und ist eine sehr gute Plattform, um bei der entsprechenden Zielgruppe für solche Veranstaltungen zu werben", erklärt Benedikt Hack, der sich um den Facebook-Auftritt des SV Bavaria Pinzberg kümmert. Die Seite werde außerdem genutzt, um sportliche Ereignisse zu zeigen und weiterhin Werbung für Events des Vereins zu machen.

Auch der Musikverein Buckenhofen ist seit letztem Jahr Teil der "Facebook-Familie". "Vor allem unser junges Publikum verbringt immer mehr Zeit auf Facebook und Co. Wir wollten uns diesem Trend nicht widersetzen", sagt der Kreisinternetbeauftragte des Nordbayerischen Musikbundes und Webmaster des Musikvereins Forchheim-Buckenhofen, Ferdinand Kemeth. Seit einiger Zeit gibt es in seinem Verein einen Arbeitskreis "Öffentlichkeitsarbeit", der sich auch mit der Gestaltung der Facebook-Seite auseinandersetzt. "Technisch weniger versierte Mitarbeiter können sich hier direkt und unkompliziert einbringen", sagt Kemeth.

Die Gründe für einen Facebook-Auftritt liegen für den Webmaster auf der Hand: "Das Internet geht in Zeiten von Web 2.0 immer mehr zu einem Mitmach-Internet über. Facebook bietet dazu die Mechanismen. Offene Fragen können zum Beispiel direkt gestellt und von jedem beantwortet werden und zugesagte Veranstaltungen erhält der 'Fan' auf Wunsch direkt in den Terminkalender seines Smartphones." Mit dem Bewerben von Veranstaltungen erreicht der Verein durch den Schneeball-Effekt - eingeladene Personen laden wieder Personen ein - in kurzer Zeit einen viel größeren Personenkreis als durch beispielsweise eine Webseite.

"Neben dem direkten Ansprechen der Besucher sehen wir Facebook aber auch als Werbemaßnahme für die eigene Vereins-Homepage. Weitere Hintergrundinformationen stehen nur dort dem Interessierten zur Verfügung", ergänzt Kemeth.


Nur Telefon und Anschrift



Bei den Unternehmern in und um Forchheim scheint der Trend hingegen noch nicht recht angekommen zu sein. Wenn überhaupt eine Facebook-Seite existiert, geht die Information nicht über Telefon und Anschrift des Unternehmens hinaus. Oft haben nicht die Internetbeauftragten der Firmen, sondern "normale" User die Seiten erstellt.

Bei der Sparkasse Forchheim steht ein ordentlicher Facebook-Auftritt hingegen ganz oben auf der Agenda. Der Pressesprecher Thomas Pötsch beobachtet das Geschehen auf Facebook seit einiger Zeit mittels eines Test-Accounts: "Dieser Weg muss gut überlegt sein. Die Seite soll vor allem Nutzen stiften, verantwortungsvoll sein und nicht aufgesetzt wirken." Mittels Facebook will die Sparkasse in Zukunft Botschaften an ihre "Freunde" schicken und so über Produkte informieren und für ihre zahlreichen Veranstaltungen werben. Viele Mitarbeiter der Forchheimer Sparkasse haben bereits ein eigenes Facebook-Profil. "Den persönlichen Kontakt kann das Netzwerk jedoch nicht ersetzen", stellt Pötsch klar. Dafür eignet sich in seinen Augen die Homepage der Sparkasse besser, denn über sie läuft das klassische Online-Marketing.


Themen für Jung und Alt



Auf Twitter ist die Bank bereits unterwegs. "Dort wollen wir nicht nur Werbung machen, sondern auch informieren, zum Beispiel über den Verkauf der Annafest-Taler", erklärt der 42-Jährige. Auch die Annafest-App von Manuel Heidrich ist in Kooperation mit der Sparkasse entstanden. "Wir sind schon jetzt in der Branche gut aufgestellt. Man muss keine spezifische Sprache finden, es geht vielmehr darum, die Themen für Jung und Alt auf kompetente Art rüberzubringen", sagt Pötsch.

Einer, der Facebook schon länger für seine Zwecke nutzt, ist Johannes Dippacher aus Hausen. Seine Firma für Veranstaltungstechnik "Sound & Light Concept" ist seit November 2010 auf Facebook zu finden. "Da ich ein privates Profil bei Facebook nutze, lernte ich nach und nach die Vorzüge kennen und wollte diese auch beruflich nutzen. Man kann sich gut und einfach präsentieren und spricht durch 'Gefällt-mir' Empfehlungen immer wieder neue Leute an", sagt der 21-Jährige.

Auf Facebook macht er Werbung und nutzt hier die Möglichkeit, gezielt Personengruppen anzusprechen, die sich durch einige Profilangaben zu seinem potenziellen Kundenkreis qualifizieren. Was er sich davon verspricht? "Gesehen zu werden, den Kundenstamm auszubauen und mit Referenzfotos einen guten Eindruck bei den Seitenbesuchern zu hinterlassen, um dadurch natürlich meinen Umsatz zu steigern."

Es gab durchaus schon Leute, die aufgrund des Facebook-Auftritts Kontakt aufgenommen haben, allerdings sei das noch ein kleiner Kreis. "Ich denke aber, dass man den Kunden durch häufige Postings zeigt, dass man immer am Ball ist", sagt Dippacher.

Durch Veranstaltungsrückblicke, zum Beispiel in Form von Fotos und Videos könne er außerdem die Kreativität des Unternehmens vermitteln. "Da steckt natürlich auch Arbeit dahinter", gibt er zu. Momentan ist der junge Geschäftsführer dabei, das Design an die neue Facebook-Chronik anzupassen und stets Ausschau nach nützlichen Anwendungen zu halten.


Fränkischer Tag ab heute bei Facebook



Die Forchheimer Redaktion des Fränkischen Tags mischt sich ab heute mit einem eigenen Auftritt unter die Facebook-Familie. Auf der Seite "Fränkischer Tag Forchheim" gibt es täglich aktuelle und spannende Geschichten, Meldungen und Fotos aus Stadt und Landkreis Forchheim. Eine kurze Vorschau fasst die Highlights der nächsten Printausgabe zusamm en. Immer wieder gewährt die Redaktion außerdem einen Einblick in ihren Arbeitsalltag. Bei Umfragen können sich die Leser direkt beteiligen. Verlosungen locken mit tollen Gewinnen. Lesen, kommentieren und diskutieren sind ausdrücklich erwünscht.