Ein junger Mann aus dem Landkreis Forchheim stand am Dienstag vor Gericht: Er hatte Arbeitslosengeld bezogen, auf das er keinen Anspruch hatte. Obwohl er seit April 2015 Arbeitslosengeld erhielt, arbeitete er 2016 kurzfristig bei der Lebenshilfe. Das hätte er dem Jobcenter melden müssen.

Arbeitsstelle nicht mitgeteilt

Was er aber nicht getan hatte. Deshalb machte das Jobcenter einen Schaden von über 1000 Euro geltend. Vorgeworfen wurde dem jungen Mann deshalb "Vorspiegelung falscher Tatsachen." Er habe sich einen Vermögensvorteil verschaffen wollen, hieß es in der Anklageschrift.

"Das tut mir sehr leid und es war bestimmt keine Absicht," zeigte sich der Angeklagte geständig. Er hatte mit dem Arbeitslosengeld seine Miete bezahlt. Vor Gericht gab er an, er habe bei der Arbeitsagentur angerufen und das Arbeitsverhältnis gemeldet. Diese Information sei jedoch nicht weitergeleitet worden.

Richterin glaubte dem Angeklagten nicht

"Das ist Blödsinn", urteilte Richterin Silke Schneider barsch. "Ich kann den Vermerk nicht beweisen, aber ich habe angerufen", beharrte der Angeklagte, bei dem sieben Einträge im Bundeszentralregister zu Buche stehen. Er stand bereits mehrmals wegen Betruges vor Gericht. "Ich glaube, ich habe das Geld an das Jobcenter schon zurück gezahlt", sagte der junge Mann weiter aus. Richterin Schneider fand in ihren Unterlagen jedoch nur einen Vermerk vom August dieses Jahres, wonach die Forderung noch nicht beglichen sei.

"Da sind noch mehrere Forderungen, die Sie tilgen müssen", erklärte sie weiter. Das sorgte beim Angeklagten für Verwirrung: "Das ist mir völlig neu." Schneider vermutete daraufhin, dass der Angeklagte keinen Überblick mehr über seine Schulden habe. Dennoch wurde er zu einer Geldstrafe von 130 Tagessätzen zu je 15 Euro verurteilt. Zudem muss er die über 1000 Euro an das Jobcenter zurückzahlen und die Kosten der Verhandlung übernehmen.