Die Gewerbesteuer fließt reichlich. Bereits im dritten Jahr wurde heuer die Zehn-Millionen-Euro-Grenze durchbrochen. Doch die städtische Haushaltslage bleibt bescheiden. Vor allem deshalb, weil die Kreisumlage auf happige 14,2 Millionen Euro gestiegen ist. Die Stadt kann 2014 nur knapp 15 Millionen Euro investieren. Da überraschte es im Finanzausschuss wenig, dass so manches ersehnte Projekt von der Wunschliste gestrichen wurde.
So werden die Forchheimer etwa auf eine neue Parkanlage zwischen Eisenbahn- und Klosterstraße warten müssen. Noch am Montag hatte der Planungsausschuss die Umgestaltung besprochen. Zwei Tage später dann das Aus im Finanzausschuss: "433 000 Euro für die paar Quadratmeter, da hab ich mein Problem damit", sagte Oberbürgermeister Franz Sumpf (CSU/WUO) zu der Planung und regte an, die Sache zu vertagen und nach einer günstigen Lösung zu suchen.
Und auch in der Innenstadt wird "gestalterisch wenig bis nichts passieren", monierte FGL-Rat Gerhard Meixner. Für 900 000 Euro sollte die Innenstadt weiter entwickelt werden; etwa durch die Erneuerung der Hornschuchallee, die seit Jahren im Gespräch ist. Doch dieses Projekt gibt der Etat nicht her - es wurde erneut verschoben.
Und weil der Stadtrat einen Grundsatzbeschluss gefasst hat, den Paradeplatz nur im Zusammenhang mit der Hornschuchallee zu gestalten, wird sich auch auf dem Platz im Jahr 2014 nichts bewegen.
Aber nicht nur für die Neugestaltung, auch für die Wartung fehlen die Mittel: Werner Schaup, der Chef des Tiefbauamtes, wies auf die Situation der Brücken hin. Mindestens 75 000 Euro würden benötigt, um den Unterhalt der 100 Forchheimer Brücken zu bestreiten. Zur Verfügung stünden aber nur 25 000 Euro. "Alleine die Seil-Prüfung für den Lila Steg wird 30 000 Euro kosten", kündigte Schaup an.

Kein Geld für die Begegnung

Verzicht üben müssen auch die Wehren. Josua Flierl (CSU-Rat und Vorsitzender der Feuerwehr Forchheim) rechnete vor, dass für Jacken heuer 7000 Euro ausgegeben werden können. Dafür bekomme man gerade mal zehn Jacken. In Forchheim gebe es aber 150 Aktive. Trügerisch sei der Eindruck, Wehrleute würden permanent mit neuer Ausrüstung verwöhnt, betonte Flierl. "Viele tragen 20 Jahre alte Jacken."
Gar von einem "Affront" angesichts der Sparmaßnahmen sprach der fraktionslose Stadtrat Peter Kaiser, der auch Vorsitzender des Partnerschaftskomitees Le Perreux ist. Im Jahr des 40. Jubiläums hat das Komitee ein Wochenende mit den Gästen aus Frankreich und einen Gegenbesuch in Le Perreux geplant; zudem wird es zwei Ausstellungen geben, für die alleine 20 000 Euro benötigt werden. Insgesamt werden für das Jubiläum inklusive Sportfeste, Weinfeste, Unterbringen, Ehrungen, Buskosten etc. 48 500 Euro benötigt. "Das können Sie vergessen", sagte Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) zu Kaiser. Insgesamt sind im Haushalt 35 000 Euro eingestellt; das sind zwar 7000 Euro mehr als im Vorjahr, aber das Geld muss für zwei Jubiläumsfeiern reichen, denn auch die Partnerschaft mit Rovereto soll festlich gewürdigt werden.