Erst gestern hat sich in der Forchheimer Geschäftsstelle des Bund Naturschutz (BN) das Aktionsbündnis "Pro Wiesenttal" offiziell gegründet und gleich ein Vorhaben gefasst: Die Umsiedlung der Baywa an den Kersbacher Kreisel bei Sigritzau soll mit einem Bürgerbegehren verhindert werden.

Die Firma Baywa will ein Grundstück an der "Äußeren Leite" nutzen und am alten Standort Platz für die Erweiterung der Firma Siemens Healthineers schaffen. In der Juli-Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses billigten die Räte den Vorentwurf des Bebauungs- und Grünordnungsplanes und beschlossen, die Öffentlichkeit und die Träger öffentlicher Belange frühzeitig zu beteiligen. "Ein erster Schritt zur Zersiedelung des vorderen Wiesenttals", sagt Ulrich Buchholz, Vorsitzender des BN Forchheim.

Rund 2500 Stimmen nötig

Rund 2500 Stimmen muss das Aktionsbündnis für das Bürgerbegehren sammeln, damit es zu einem Bürgerentscheid kommen kann, berichtet Buchholz. "Wir schaffen das", waren sich alle einig. Rund 4000 Stimmberechtigte wären beim Bürgerentscheid nötig, um die Umsiedlung zu verhindern. "Ich bin bereit, dieses Gewerbegebiet zu stoppen", sagt der BN-Vorsitzende.

Gleichzeitig sollen die Bürger darauf aufmerksam gemacht werden, dass sie bei der öffentlichen Auslegung des Bebauungs- und Grünordnungsplanes Einspruch erheben können. Um die Öffentlichkeit zu animieren, sollen Flyer gedruckt und Protestschilder aufgestellt werden. Alfons Eger, stellvertretender Biwo-Vorsitzender, hat auch gleich passende Sprüche für die Schilder parat: "Kein Baywa-Ort, wo Storchen-Mord".

Die Zwangslage von Siemens sei durch nichts belegt, meint der BN-Ehrenvorsitzende Hansotto Neubauer. Keine Firma habe das Recht, sofort bedient zu werden, wenn sie erweitern möchte. Der Stadt helfe ein unglaublicher Zufall, dass der Landwirt sein Grundstück am Kersbacher Kreisel für die Baywa zur Verfügung stellt.