Die Waldwirtschaft im Forchheimer Stadtwald soll noch effektiver werden. Ziel sei es, sagte Stadtförster Stefan Distler auf der Exkursion mit den Stadträten durch die Wälder, hochwertige Stämme bei Submissionen anbieten zu können. Ebenso im Fokus steht die Sicherheit auf dem Annafest-Gelände im Kellerwald.


Gleich am Fuße des Festgeländes verdeutlichte Distler, dass hier der Lindenbestand gefördert und schlechte Baumqualitäten entnommen würden. Immerhin brächten Linden mehr Geld als Fichten. Die Stadtförsterei achte darauf, dass die gekennzeichneten "Zukunftsbäume" genug Licht und Lebensraum bekämen. Vor allem Baume mit einem schlechten Höhe-Durchmesser-Quotienten müssten entfernt werden, da sie wind- und schneebruch-anfällig seien.

Auch eine seit Jahren von einem Brandkrustenpilz befallene Eiche müsse gefällt werden. "Es kann nichts passieren, denn der Baum hat keine Krone mehr", erklärte Distler, der darauf verwies, dass auch die zweitgrößte Eiche im Kellerwald, ein 250 bis 300 Jahre alter Baum vis-a-vis der Abzweigung zu den Toilettenhäuschen auf den Oberen Kellern gefällt werden müsse. "Nächstes Jahr werden sie erfahren, wie viel der Baum gebracht hat", erklärte Distler, der auf den Kellern zunehmend auf Flachwurzler setzt.

Die Eichen auf dem Weiß-Tauben-Keller mussten gefällt werden, weil sie den Sandstein komplett durchwurzelt hatten und teilweise zu Einstürzen führten. Der Keller, erläuterte Bauamtchef Gerhard Zedler, sei inzwischen mustergültig saniert. Bei einer Besichtigung konnten sich die Mitglieder einen Eindruck von dem Projekt machen. Die ausführliche Dokumentation ist in der Broschüre "Felsenkeller in Franken" nachzulesen. Damit das Wasser gebunden wird, müssten die Keller bewaldet bleiben, unterstrich Stefan Distler, der hier Hainbuchen, Weißdorn und Rosengewächse pflanzen will. Totholz bleibe aber stehen als Nistmöglichkeit für Vögel. Als Entschädigung dafür gibt es 11 385 Euro jährlich aus dem Vertrags-Naturschutzprogramm, das im nächsten Jahr ausläuft, aber verlängert werden soll.

Stolz präsentierte Distler die Naturverjüngung in den Bereichen "Erlberg" und "Rosengarten", Flächen die nach den Stürmen "Vivian" und "Wiebke" 1989/90 kahl waren. Besonders gut entwickelten sich Douglasfichten, die dazwischen gepflanzt wurden und die für 180 bis 200 Euro pro Festmeter gehandelt werden.

Das beim Auslichten anfallende Stangenholz werde beispielsweise zu Sitzbänken verarbeitet, erläuterte Distler, der weitere Durchforstungen in den Bereichen "Rossecke" und "Wasenreuth" entlang der Serlbacher Straße ankündigte.

Ein Lob erhielt Distler für den Bereich "Kleiner Föhrling", wo nicht standorttypische Baumarten entnommen und Ulmen, Erlen und Eschen gepflanzt wurden. "Das Wasser blieb im Wald", bedankte sich Holger Lehnard (CSU) aus Burk für diese Maßnahme.

Das zweite Lob kam von Betriebsleiter Alexander Taran für einen Versuch im "Großen Föhrling". Dort hatte Distler auf 1,5 Hektar den Mutterboden abtragen lassen und 4300 Trauben, 1800 Stieleichen und 1600 Hainbuchen angesät. Das Pflanzgut sei besser als von jeder Gärtnerei", lobte Taran.