Die gesperrte Durchfahrt war quasi ein Geschenk zum 950. Ortsjubiläum. Wo sonst Brummis und Busse über den Asphalt brausen, machten es sich die Bürger zwei Tage lang auf Bierbänken und Liegestühlen bequem.
Inzwischen fließt der Verkehr wieder wie gewohnt durch Kersbacher, Gosberger und Reuther Straße. Naja fast. Die Kirche "Heilige Dreifaltigkeit" steht im Weg. Sie wurde unlängst für Sanierungsarbeiten eingerüstet, deshalb kann jetzt nur eine Fahrspur genutzt werden. Zwei Baustellen-Ampeln regeln, ob der Verkehr von links oder von rechts an der Kirche vorbeirollt. Autofahrer müssen also etwas Geduld mitbringen, wenn sie derzeit durch den kleinen Ort wollen. Aber immerhin ist an sie gedacht. Wer per pedes unterwegs ist, hat nämlich Pech gehabt. Die Fußgängerampel wurde einfach verhängt. Während die Autos munter mal von der einen, mal von der anderen Seite düsen, ist keine Zeit für Menschen vorgesehen, die zu Fuß unterwegs sind - wie zum Beispiel Kinder, die zum Schulbus gehen. Warum auch? Die hatten ja ihren 19. und 20. Mai.
Vielleicht gibt es ja ästhetische Gründe für die abgedeckte Ampel? Es könnte ein Spätwerk von Reichstag-Verhüller Christo sein. Nach dem Tod seiner Partnerin Jean-Claude vor drei Jahren wäre es logi(sti)sch nachvollziehbar, dass er jetzt kleinere Brötchen backen muss.