Einst besangen die Dichter die Bäume. Heute haben im Wald nicht mehr die Sänger das Sagen, sondern die Säger.
Als sich im Kreis-Umweltausschuss die Forstexperten zu Wort meldeten, war nichts über die Schönheit des Waldes zu hören. Da wurde das Begriffsfeld sehr eng: Von der "Endnutzung" des Waldes war die Rede, von der Relation zwischen Stammdurchmesser und Marktpreis, von Rekordpreisen für Ahornbäume und von der Kiefer als Massenware und Bauholz.
Nennenswert erscheinen da die Bäume nur noch unter dem Aspekt ihrer Wirtschaftlichkeit. Und das Wort "Wald" hat nur noch gekoppelt an die "Wald-Wirtschaft" einen Wert.
1841 schrieb Adalbert Stifter die Erzählung "Hochwald". Das Buch wurde zum Bestseller. Geld ließ sich mit dem Wald auch damals machen. Doch längst hat das Singen der Sägen jenes der Dichter übertönt. Der Wald selbst ist zum Bestseller geworden.