Stephan Stühler erinnert sich noch ganz genau an jenen Tag im Jahr 1995, an dem er sich entschloss, der Freiwilligen Feuerwehr in Schlammersdorf beizutreten. Ausschlaggebend war für ihn aber nicht der Kampf gegen das Feuer, sondern der Kampf gegen das Wasser: "1995 hatten wir ein großes Hochwasser. Die Menschen mussten mit Booten evakuiert werden. Ich war damals 14 Jahre alt. Als junger Mensch steht man davor und schaut sich das an, sieht die Leute von der Feuerwehr helfen."

Da wollte Stühler nicht mehr länger untätig am Rand stehen und nur zusehen. "Mir wurde klar, man kann da was machen. Man kann helfen." Er und drei seiner damaligen Mitschüler traten daraufhin in die Freiwillige Feuerwehr Schlammersdorf ein.

Heuer waren die Freiwilligen der Schlammersdorfer Feuerwehr wieder stundenlang im Einsatz gegen das Hochwasser und verbrachten eine schlaflose Nacht. Doch so schlimm wie im Jahr 1995 ist die Lage in Schlammersdorf seither glücklicherweise nicht mehr gewesen. Ein möglicher Grund: Entlang des Flusslaufs der Aisch ließ das Wasserwirtschaftsamt Flutmulden ausbaggern, um Katastrophen in Zukunft besser vorzubeugen.

Vitrine voller Pokale

Heute ist Stühler Zweiter Vorstand und mit unverändert viel Herzblut im aktiven Dienst dabei. Darüber hinaus ist er auch aktives Mitglied im THW, genau wie viele andere seiner Kameraden in der Schlammersdorfer Feuerwehr.
Mehr oder weniger dafür verantwortlich ist Feuerwehr-Kommandant Matthias Petermann, der selbst seit vielen Jahren aktiver THWler ist und einige seiner Kameraden zur Doppelmitgliedschaft animiert hat. Das ist eine Verbindung, die viel Nutzen mit sich bringt. Gemeinsame Übungen von Feuerwehr und THW sind nur ein Beispiel der innigen Freundschaft.

Besonders stolz sind die Schlammersdorfer Feuerwehrleute auf ihre Jugendgruppe. Vorsitzender Thomas Sawinsky präsentiert im Feuerwehrhaus eine Vitrine voller großer Pokale und Auszeichnungen, die das belegen. "Wir sind sehr oft die Nummer Eins bei Wettbewerben", freut er sich. Gute Ausbilder und begeisterte Jugendliche seien das Erfolgsrezept. "Wir haben eine sehr junge aktive Feuerwehr", sagt der Vorsitzende.
Das Durchschnittsalter liegt derzeit bei 30 Jahren. Darüber hinaus sei etwa jeder dritte Schlammersdorfer bei der Feuerwehr. "Wir haben auch Zulauf von außerhalb. Leute aus den umliegenden Ortschaften kommen zu uns", freut sich Sawinsky. Auch relativ viele Frauen engagieren sich darüber hinaus freiwillig in der aktiven Truppe.

Und noch eine Besonderheit gibt es. "Unser Verein schafft viele Sondergeräte selbst an. Das entlastet die Gemeindekasse", erklärt Sawinsky.

Gute Ausrüstung

Geräte wie etwa eine Wärmebildkamera, ein Ziehfix und ein Hochdrucklöschgerät ermöglichen es, dass Sonderausbildungen vorgenommen werden können.

Sogar einen Bus hat die Schlammersdorfer Feuerwehr aus eigenen Mitteln finanziert, um ihre Mannschaft im Notfall schnell an den Unglücksort zu transportieren. "Es ist positiv, dass wir ein zweites Fahrzeug haben", findet Sawinsky.
Zusätzlich zum so genannten "Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser" leiste das eigenfinanzierte Mehrzweckfahrzeug gute Dienste. "Wir können mit gutem Gewissen sagen, dass wir das notwendige Equipment haben", erklärt Sawinsky.