Und Gott sprach "Es werde Licht" - und es ward Licht! Unser Schöpfer war mit der Schaffung des Sonnenlichtes der erste und genialste Beleuchtungsgestalter. Seitdem hat der Mensch allerdings wenig erhellende Einfälle, wenn es zu dunkeln beginnt . Zwar ist die Erfindung der Glühlampe epochal, doch wenn's ums Wissen über die Wirkung des elektrischen Lichts auf unser Lebensumfeld geht, sah es bislang eher duster aus. "Knipst Du nur an - oder beleuchtest Du schon?", könnte man in Abwandlung eines Werbeslogans fragen. Die Antwort kennt Bernd Beisse. Er hat ein eigenes Lichtkonzept entwickelt.

Von den Leuchten zur Erleuchtung

Seit 20 Jahren ist er mit seiner Firma Hersteller von Leuchten. Vor zehn Jahren, so erzählt der aus Fürth stammende Designer, sei in ihm die Vision entstanden zu erforschen: "Wie geht schönes Licht?" Ein Licht, das "so positiv ist, wie das Sonnenlicht". Und wie lässt sich ein Konzept entwickeln, nach dem man dieses Licht planen kann?

So habe er angefangen, Studien zu betreiben, berichtet der 48-Jährige. Dabei sei zunächst erforscht worden, wie der Mensch Licht erlebe. Sehr schnell gehe hierbei der Schritt in die Wahrnehmungspsychologie. "Denn das Licht wird unterbewusst wahrgenommen", erklärt Bernd Beisse.

Wissenschaftliches Neuland

Mit der Untersuchung, welche Wirkung Lichtszenen auf den Menschen haben, hat Beisse wissenschaftliches Neuland erhellt. Er hat dabei folgendes festgestellt: "Die Raumatmosphäre hängt nur zu einem geringen Teil von der Gestaltung ab - etwa mit Möbeln oder Deko - sondern vielmehr von der Beleuchtung". Beisse hat sieben Jahre lang die Elemente untersucht, die hier das Unterbewusstsein steuern und vor drei Jahren die Ergebnisse veröffentlicht. Daraus entstand das Lichtplanungsverfahren "emotional lighting".

Lichtdesign trifft Innenarchitektur

Bernd Beisse hat für sein Lichtkonzept jetzt seinen ersten "Erlebnisraum" eröffnet - dass der sich in der ehemaligen Boutique "Ciero" in der Forchheimer Holzstraße befindet, ist kein Zufall. Mit seiner Frau Karin hat Thomas Burde hier 29 Jahre lang Mode verkauft und - wie er gesteht - sein eigentliches Berufsfeld, die Innenarchitektur, "etwas aus den Augen verloren".

"Zurück zu den Wurzeln", sagte er sich, als er Bernd Beisse wiedertraf, den er aus Studentenzeiten kannte. Der Lichtdesigner war so begeistert über das sanierte Fachwerkhaus in der Holzstraße 3, das durch Burdes Talent zu einem innenarchitektonischen Schmuckstück geworden ist, dass er hier vor vier Wochen seinen ersten "Showroom" eröffnete.

Die Burdes vermarkten jetzt als Vertragspartner sein Beleuchtungskonzept überregional. In dem verwinkelten Haus kann man in allen möglichen Wohnbereichen - vom Arbeitsraum, über's Schlafzimmer und das Bad bis ins Wohnstudio unter dem Dach - erleben, wie Beleuchtung wirkt: und zwar in der Vorher-Situation mit konventioneller Beleuchtung und nachher mit Bernd Beisses Lichtplanung. Die Wirkung ist frappierend! Aus dem Badezimmer, das durch landläufige Deckenstrahler konturenlos erhellt wird, wird mit einem Wisch über den Touchscreen eines Tablets ein Entspannungsraum, in dem man alleine durch die phantasievolle Wandbeleuchtung in Wohlgefühl badet.

Verzicht auf Designer-Möbel

Licht und Raum ergänzen sich zur Perfektion in der Holzstraße 3. Hier werden auch Seminare für Architekten und Bauherren angeboten. "Die meisten Architekten haben Probleme mit dem Thema Licht", erklärt Thomas Burde. "Man setzt Steckdosen und Stromauslässe in den Decken und denkt, das wär's - aber man muss einen richtigen Lichtplan haben, um dem Raum Wirkung zu verleihen", betont der Innenarchitekt: "Das Licht muss sich eigentlich an der Wand abspielen." Um zu beweisen, welche Ausstrahlung die Beleuchtung besitzt, hat Thomas Burde seine Erlebnisräume ganz bewusst nicht mit teuren Designer-Möbeln eingerichtet .

Internationale Referenzen

Die Vision Beisses ist Wirklichkeit geworden, wie die vielen internationalen Referenz beweisen. Der Designer hat bereits viele Museen, darunter das Museo del Vaticano in Rimini, aber auch Clubs, wie die bekannte "Spielwiese" in München in Szene gesetzt.