Einen Vorgeschmack auf die bevorstehende Wahlkampfzeit bot die Stadtrats debatte über die Erhöhung der Eintrittspreise für das Königsbad. Der bereits im Finanzausschuss letzte Woche entfachte Schlagabtausch um das Für und Wider einer Preisanhebung steigerte sich gleichsam zu einer Wasserschlacht der Fraktionen.
Die SPD vertrat die Meinung, dass es das Königsbad nicht vertrage, dass man schon drei Jahre nach Eröffnung "an der Preisschraube" drehe. Man wolle ein familienfreundliches Bad - das habe man den Bürgern von Anfang an versprochen, betonte Fraktionssprecher Reinhold Otzelberger.
Sabine Dittrich von den Grünen bekundete ausdrücklich ihr "positives Interesse" am Königsbad. Das Defizit sei allerdings zu hoch - was unter anderem an den Personal- und Energiekosten liege. Sie warnte allerdings, dies mit einer Preiserhöhung aufzufangen: "Dann kommen weniger Besucher". Ferner kritisierte sie, dass das Bad in der Sommersaison erst ab 10 Uhr geöffnet werden solle.
CSU-Fraktionssprecher Udo Schönfelder konterte der SPD, dass es durchaus legitim sei, nach drei Jahren Königsbad-Betrieb die Preise auf den Prüfstand zu stellen. Hätte man noch die alte Schwimmhalle und das Freibad, würde man vor dem gleichen Defizit stehen wie jetzt beim Königsbad. Die CSU sei für familienfreundliche Preise - "wir wollen aber nicht in Populismus verfallen, kurz vor den Wahlen", betonte Schönfelder. Die von der Stadtverwaltung vorgeschlagenen neuen Preise seien akzeptabel.
Der fraktionslose Stadtrat Peter Kaiser attestierte zwar, dass das Königsbad eine "Super-Idee" gewesen sei. Man habe allerdings viele Fehler gemacht. Neue Negativ-Schlagzeilen könne man sich nicht leisten - eine Preiserhöhung sei nicht durchsetzbar.
Sebastian Platzek plädierte dafür, den Bürgern mit Niedrigpreisen nicht etwas vorzutäuschen, was dauerhaft nicht durchführbar sei.

Königsbad nicht zerreden

"Im Gegensatz zum Berliner Flughafen funktioniert das Forchheimer Königsbad", es werde nur zerredet, bemerkte CSU-Stadtrat Thomas Werner in Richtung SPD. Vor drei Jahren seien die Preise von den Roten gedrückt worden - jetzt das Defizit zu kritisieren sei "schlicht und ergreifend unverschämt". CSU Stadtrat Fleckenstein zeigte die Alternativen auf: Entweder man finanziere das Königsbad voll über die Haushaltsmittel und nehme damit jeden Bürger ins Boot oder man belaste mit der Preiserhöhung nur die Nutzer. Der jetzt vorgeschlagen Kompromiss sei , einen Teil der Preise zu subventionieren - und damit ein familienfreundliches Angebot zu haben. Dieser sozialen Variante werde er zustimmen, betonte Fleckenbstein. Bei leichten Korrekturen könne man damit leben, erklärte Ludwig Preusch (FW) und sein Fraktionskollege Manfred Hümmer sprach sich für eine "Mischkalkulation aus".
Mit 22 gegen 14 (SPD/Grüne) Stimmen wurde der Vorschlag für die neuen Preise angenommen.So erhöht sich die Familien-Tageskarte von 15 auf 17,50 Euro, die Jahreskarte Badewelt von 340 auf 390 Euro, die Sommer-Saisonkarte für Erwachsene von 95 auf 110 Euro (für Jugendliche von 50 auf 60 Euro). Die Familien-Sommersaisonkarte kostet statt 60 nun 70 Euro pro Person (drittes Kind und weitere frei). Zweieinhalb Stunden Sauna kosten jetzt 10 Euro (zuvor 8,50 Euro). Der Tagestarif erhöht sich von 14 auf 16 Euro. Die Jahreskarte Sauna mit Badewelt kostet statt 540 nun 590 Euro.