Einen Dringlichkeitsantrag musste Zweite Bürgermeisterin Sylvia Hofmann (FW), die den erkrankten Bürgermeister vertrat, auf die Tagesordnung der Stadtratsitzung in Gräfenberg nehmen: Die Linden an der Kapelle auf der Lillinger Höhe und die Kasberger Kunigundenlinde sollen gefällt werden. Soweit zunächst der Wortlaut. Die alten Linden an der Kapelle sind ein Naturdenkmal. Schaden erlitten sie beim letzten Herbststurm. Äste knickten ab, zum Glück ist keiner der dicken Lindenäste auf die Kapelle gestürzt. Bauhofmitarbeiter und Feuerwehr waren am Tag nach dem Sturm an der Kapelle, sägten die Äste glatt, so dass kein weiterer Schaden entstehen konnte, und räumten auf. Ein Naturdenkmal bedeutet jedoch auch, dass die Verkehrssicherheitspflicht bei der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt liegt. Deren Baumkontrolleur war nun unterwegs, hat sich die drei Lillinger Linden genauer angeschaut und wurde fündig: Die östlich der Kapelle stehende Linde ist von einem Brandkrustenpilz befallen. Die Standsicherheit des Baumes sei deshalb nicht mehr gewährleistet und dementsprechend müsse die Linde gefällt werden. Der Baum solle dann als wertvolles Totholzbiotop auf eine Fläche bei Sollenberg gebracht werden. Da die Linden um die Kapelle im öffentlichen Raum stehen und der Platz der Kapelle Gemeindegrund ist, wollte man eine Stellungnahme der Stadt zu der Maßnahme Baumfällung hören. Die Stadträte mussten nicht lange darüber nachdenken. Das Risiko, dass etwas passiert, wollte niemand auf sich nehmen. Allerdings solle ein Ersatzbaum gepflanzt werden. Werner Wolf (FW) regte an, einen Sponsor zu suchen, damit gleich eine etwas größere Linde gepflanzt werden könnte. Damit war der Rat einverstanden.

Kasberger Linde ist noch vital

Der Stadtrat sah sich dann den Bericht über das nächste Naturdenkmal, die Kasberger Kunigundenlinde, an. Der Baum sei noch vital und könne weitere Jahrzehnte gut leben. Allerdings wurde ein Rückschnitt empfohlen. Diese Linde also bleibt weiter bestehen und kann weiterhin bestaunt werden.