Ausführlich stellte Diplom-Ingenieur Alexander Dürrschmidt aus Nürnberg den kompletten Neubau des Hochbehälters und die eventuelle Sanierung des Bestandes mit Erweiterungsneubau bei der Gemeinderatssitzung vor. In der Aprilsitzung waren die Gemeinderäte schon darüber informiert worden, jedoch ohne konkrete Kostenschätzungen.
Der bestehende Hochbehälter mit einem Wasservolumen von 250 Kubikmetern (cbm) sei aufgrund der Verbrauchs- und der Bevölkerungsentwicklung nicht mehr ausreichend und müsse den heutigen wie zukünftigen Verhältnissen dringend angepasst werden, erklärte Dürrschmidt. Der Hochbehälter soll die Versorgung im Gemeindegebiet bei einem Ausfall der Überhebepumpwerke im Maschinenhaus oder der Tiefbrunnen für einen Tag gewährleisten. Da der Hochbehälter über die Tiefbrunnen und die Quelle befüllt wird und man nicht davon ausgeht, dass beide Wassergewinnungen gleichzeitig ausfallen, wurde ein Speichervolumen von 750 cbm gewählt. Hierzu stellte Dürrschmidt für die Bereitstellung des erforderlichen Speichervolumens drei Ausführungsvarianten zur Entscheidung vor.


Die einzelnen Varianten

Variante eins sieht die Sanierung des bestehenden Speichervolumens von 250 cbm mit einem Erweiterungsbau aus Stahlbeton mittels Erdüberdachung vor. Die aktuellen Kosten für diese Maßnahme liegen bei 705 000 Euro.
In der zweiten Variante wurde ein komplett neues Bauwerk aus Stahlbeton erdüberdacht mit 70 cbm Fassungsvermögen vorgestellt, wobei der bestehende Behälter aus dem Jahr 1957 außer Betrieb genommen und mit einem Betonpfropfen verschlossen wird. Die Kosten belaufen sich bei dieser Variante auf 760 000 Euro.
Die dritte Variante sieht die Erstellung eines komplett neuen Bauwerks als Scheunenbauwerk mit Edelstahlkesseln vor. Der bestehende Behälter wird ebenfalls außer Betrieb genommen und verschlossen. Die Kosten betragen hier 765 000 Euro.
Der Vorteil bei Variante eins sind die geringeren Baukosten. Ein Nachteil wäre, dass man in die Bausubstanz von 1957 investieren und zwei Behälterbauwerke betreuen müsste.
Gemeinderat und Wasserwart Ralf Kraus (CSU) gab zu bedenken, dass für die jährliche Reinigung der vier Kessel 3800 Euro an Kosten anfallen. Wenn man dies hochrechnet auf zehn Jahre, seien das 38 000 Euro. "Moderne Hochbehälter reinigen sich selbst", betonte Kraus.
Der Vorteil der Varianten zwei und drei ist, dass man eine komplett neue Bausubstanz hat, nur ein Behälterbauwerk betreut und der Wasserdruck sich um ein Bar erhöht. Der Nachteil dabei sind die höheren Investitionskosten.
In der weiteren Diskussion der Gemeinderäte kristallisierte sich heraus, dass die hohen Investitionskosten in einen neuen Hochbehälter besser angelegt sind, als wenn in die alte Bausubstanz des bestehenden Hochbehälters investiert würde. Die Umsetzung der Maßnahme soll im März 2018 erfolgen und im November 2018 fertiggestellt sein, vorausgesetzt die Zufahrt ist für Baufahrzeuge ausgebaut und mit den Grundstückseigentümern abgesprochen.
Einstimmig beschlossen die Räte, 2018 einen neuen Hochbehälter (Scheunenbauwerk mit Edelstahlkesseln) nach dem derzeitigen technischen Stand zu bauen. Die finanziellen Mittel sind im nächsten Haushalt einzustellen. Das Ingenieur-Büro Dürrschmidt wird beauftragt, für die Variante drei die notwendigen Verfahrensschritte einzuleiten.
Dürrschmidt teilte dem Gemeinderat mit, dass nach dem Einbau des Leitsystems im Maschinenhaus Langensendelbach eine kontinuierliche Überwachung der Förderleistung der Tiefbrunnenpumpen durch die Datenspeicherung möglich sei. Dabei sei festgestellt worden, dass die Pumpen in ihrer Leistung nachlassen und sofortiger Handlungsbedarf besteht.
Brunnen eins wurde 1972, Brunnen zwei 1991 gebohrt und ausgebaut. Beide Brunnen wurden Ende 2006 das letzte Mal gereinigt und neue Pumpen angeschafft.


Pumpen werden ausgetauscht

Die Brunnenfilter, Pumpen und Steigleitung seien stark mit Mangan belegt, erklärte Dürrschmidt. In diesen Grundwasserstockwerken träten Mangan und Eisen häufig auf, gingen bei Kontakt mit Sauerstoff vom gelösten in den ungelösten Zustand über, fielen als Flocken aus setzten sich im Brunnen ab und verschlössen die Filterschlitze im Ansaugrohr oder den Ansaugstutzen der Unterwasserpumpe, durch die die Wasserführung erfolgt.
Die Gemeinderäte beschlossen, beide Pumpen 2018 auszutauschen und bei Hebung zeitgleich eine Kamerabefahrung der Brunnen vornehmen zu lassen. Die Kosten pro Pumpe belaufen sich auf circa 10 000 Euro. Das Ingenieur-Büro Dürrschmidt wurde beauftragt, entsprechende Angebote einzuholen, damit in der Dezember-Sitzung die Vergabe erfolgen kann.
In seiner Sitzung am 11. September hat der Gemeinderat den Umgriff des Bebauungsplanes "Honingser Straße Nord-Ost II" beschlossen. Das Verfahren soll nach § 13b Bau-Gesetz-Buch durchgeführt werden, da das Plangebiet im Flächennutzungsplan als "Ackerfläche" dargestellt wird und aufgrund der Nachfrage aus der Bevölkerung eine Wohnbebauung im Zusammenhang bebauter Ortsteile ausgewiesen werden soll. Das Plangebiet soll als "Allgemeines Wohngebiet" mit einer Teilfläche von 2020 Quadratmetern ausgewiesen werden.
Mit 9:4 Stimmen beschloss der Gemeinderat die Aufstellung des Bebauungsplanes "Honingser Straße Nord-Ost II". Mit der Erstellung des Bebauungsplanes und Durchführung des Bauleitverfahrens beauftragten die Räte das Ingenieur-Büro Sauer + Harrer. Die Verwaltung wurde mit der Durchführung des Weiteren Verfahrens beauftragt.