Jeder kämpft darum, nicht aus dem Gleichgewicht zu kommen: Die Stadt bei ihrer Haushaltskonsolidierung und das Junge Theater, das den finanziellen Absturz befürchtet. Ein Drahtseilakt also war im Stadtrat die Entscheidung über die künftigen Zuschüsse für die Theaterleute.
Die gute Nachricht zuerst: Es gibt weiter "Knete". Auf Grund der öffentlich wirksamen Arbeit des Jungen Theaters sieht sich die Stadt derzeit nicht veranlasst, an ihren Leistungen Einschränkungen vorzunehmen. Darüber herrschte fraktionsübergreifende Einigkeit.
Die für's Junge Theater schlechte Nachricht aber ist: Es gibt nicht mehr Geld als bisher. Denn die Verwaltung stellte fest,dass unter der Maßgabe der Sparziele der Stadt, so wie unter dem Gesichtspunkt einer "Symetrie innerhalb des freiwilligen Leistungssystems" kein Spielraum für weiteres finanzielles Engagement bestehe. Hier herrschte kein Einigkeit mehr unter den Stadträten. Zwar stimmten 21 für diesen Beschlussvorschlag, aber 13 weigerten sich, den "Geldhahn " für's Junge Theater nicht mehr weiter aufdrehen zu dürfen.
SPD, Grüne und Freie Wähler vertraten die Meinung, dass Kultur auch ihren Preis habe.
Aus den Bänken der CSU wurde entgegengehalten, dass alle Vereine bei der Förderung Abstriche hinnehmen müßten - dass aber immerhin beim Jungen Theater bisher kein Zuschüsse gekürzt worden seien.
Es wurde allerdings einstimmig vereinbart, dass sich die Verantwortlichen der Stadt und des Jungen Theaters noch einmal zusammensetzen, um die angesprochenen Fragen noch einmal zu erörtern.
Ziel ist es, bis zur Stadtratssitzung im Dezember, einvernehmliche Lösungen vorzuschlagen. SPD und Junge Bürger allerdings hätten sich eine solche Klärung gewünscht, bevor man über ein weiteres finanzielles Engagement beschließt.