An diesem Sonntag feiert Walter Tausendpfund aus Pegnitz seinen 70. Geburtstag. Tausendpfund ist nicht nur ein pensionierter Germanist und leidenschaftlicher Heimatkundler: Er ist auch ein fränkischer Gewürfelter, eine große Stütze des Fränkische-Schweiz-Vereins (FSV) und einer der wenigen, der die fränkische Mundart in ihrer Vielfalt erhalten will.

Walter Tausendpfund wuchs im mittelfränkischen Allersberg auf und studierte an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen Geschichte, Deutsch und Sozialkunde für das Lehramt.

35 Jahre als Lehrer

Nach dem Studium war er bis zur Pensionierung 35 Jahren als Lehrer am Gymnasium in Pegnitz tätig. Weil er Kindheit und Jugend auf dem Lande verbrachte, fühlte sich Tausendpfund der fränkischen Mundart eng verbunden.

Seit 1974 veröffentlicht er immer wieder mundartliche Texte in Zeitschriften, im Rundfunk, auf eigenen CDs und in bisher über 30 Anthologien. Hinzu kommen 13 eigenständige mundartliche Beiträge sowie Mundart-Theaterstücke und Freilicht-Heimatspiele, darunter 2011 für das Jubiläum 400 Jahre Stadt Betzenstein die Geschichte des Tiefen Brunnens.

Dauergast im Museum

Im gleichen Jahr wurde sein Historienspiel um die Pfarrkirche von Pretzfeld aufgeführt. Als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Mundarttheater Franken engagiert sich Walter Tausendpfund seit über 25 Jahren bei der Organisation regionaler und überregionaler Mundarttheatertagen und ist Dauergast im Bauernhofmuseum von Kleinlosnitz.

Seine bisher letzte Publikation war 2013 "Die Fränkische Schweiz - Entdeckung einer reichen Kulturlandschaft" im Verlag Ellwanger. Seit 1976 publiziert er auch zu verschiedenen heimatgeschichtlichen Themen der Fränkischen Schweiz.

Im Fränkische-Schweiz-Verein betreut Tausendpfund seit 1987 die vierteljährlich erscheinende Vereinszeitschrift und ist seit 1989 im Hauptvorstand als Kulturausschussvorsitzender aktiv. Damit ist Tausendpfund für die Kulturarbeit einer ganzen Region zuständig: für die Volksmusik, für die Trachtenarbeit, für die Heimatkunde, für die Morschreuther Malschule - schlicht für alles, was im FSV als Kulturarbeit bezeichnet wird. Dazu gehört auch die Organisation des Heimattages bis hin zu Festvorträgen und die Laudationes auf verdiente Persönlichkeiten.

Als Tausendpfund im Jahr 2008 für seine kulturellen Verdienste zum "fränkischen Gewürfelten" gewählt wurde, sagte Regierungspräsident Wilhelm Wenning (CSU) über ihn: "Neben der vielzitierten Wendigkeit, Witzigkeit und Widersprüchlichkeit, die der Frankendichter Hans Max von Aufseß dem typischen Franken mit auf den Weg gibt, schätzen es die Mitfranken besonders, wenn der neue Gewürfelte einer aus ihrer Mitte ist, der ihre Befindlichkeiten kennt, der ihnen aufs Maul schaut, auch einmal die Wahrheit sagt, aber ohne sie zu verletzen, und schließlich auch einer, der sich selber nicht so furchtbar ernst und wichtig nimmt. Genau so einer ist Walter Tausendpfund."

Sämtliche FSV-Auszeichnungen

Das Geburtstagskind hat als bisher Einziger sämtliche Auszeichnungen des FSV erhalten. Darüber hinaus ist er Kulturpreisträger des Landkreises Bayreuth, des FSV und des Frankenbunds sowie Ehrenmitglied der Arbeitsgemeinschaft Mundarttheater Franken. Ihm wurde die Ehrenmedaille des Bezirks Oberfranken und die Ernst-Pflaumer-Medaille der Literarischen Gesellschaft der Pegnitzschäfer verliehen sowie die Goldene Ehrennadel des Deutschen Wanderverbands.