Klaus Königsreuther hat die nötige Ruhe und Selbstsicherheit, um biologische Selbstverständlichkeiten gelassen auszusprechen. "Jeder bekommt den grauen Star, man muss nur alt genug werden", sagt der 49-Jährige aus Neunkirchen.

Es ist ja auch so, dass Königsreuther die Gnadenlosigkeit der Natur durchaus nicht völlig ungelegen kommt. Immerhin ist Königsreuther Augenarzt, und Erkrankungen wie der graue Star sind der Grund dafür, dass Königsreuther inzwischen drei Praxen betreibt. Zunächst behandelte Königsreuther in Eckental, dann noch zusätzlich in Gräfenberg. Und erst vor wenigen Wochen hat Königsreuther seine dritte Praxis eröffnet: in Kronach. Dass er dort eine Filiale eröffnet hat, hat auch familiäre Gründe: seine Frau kommt aus Kronach.

Auf der anderen Seite hat Königsreuther die Versorgungssituation in Kronach sorgfältig studiert und dann entschlossen gehandelt. Nachdem einer der örtlichen Augenärzte seine Praxis geschlossen hatte, wusste sich der andere im Angesicht steigender Patientenzahlen nicht anders zu helfen als mit einem Aufnahmestopp. Viele Patienten mussten offenbar weite Wege - zum Teil bis nach Kulmbach - in Kauf nehmen, um behandelt zu werden.

Dass die Patienten in Kronach dringend einen zweiten Augenarzt in ihrer Stadt ersehnt haben, schlägt sich schon jetzt im Terminkalender von Königsreuther nieder. Bis Februar 2013 ist er ausgebucht.

Ja, es lohnt sich

Allerdings arbeitet Königsreuther bislang nur einen Tag in Kronach. In der verbleibenden Woche arbeitet er jeweils für zwei Tage in Eckental-Eschenau und Gräfenberg. Eine Woche hat eben selbst für den fleißigsten Arzt nicht mehr als fünf Tage.
Die Arbeitstage von Klaus Königsreuther beginnen schon jetzt oft morgens um sieben mit der ersten Operation und enden abends gegen 20.30 Uhr. Hinzu kommt das regelmäßige Pendeln zwischen Eckental, Gräfenberg und Kronach. Lohnt sich das überhaupt? Königsreuther sagt Ja, aber beantwortet die Frage vielleicht anders, als man es erwartet hätte. Zum einen spüre er gerade in Kronach die Dankbarkeit der Patienten, für die der Arztbesuch wieder einfacher und entspannter geworden sei. Zum anderen lohnten sich die Augen-Operation für die Patienten selbst. "Sie hatten oft ein Stück Selbstständigkeit verloren und kommen in Zukunft wieder besser zurecht", sagte der 49-jährige Neunkirchner.

In ganz Deutschland werden jährlich über 700.000 Laserbehandlungen durchgeführt, vor alllem im Einsatz gegen den grauen Star.
Von einem Versorgungsengpass kann im Landkreis Forchheim dabei weiß Gott nicht die Rede sein. Dort gibt es sechs Praxen und eine Filialpraxis. Zudem warten im Forchheimer Stadtbereich vier zugelassene Ärzte auf Patienten und auch in Ebermannstadt hat sich ein Augenarzt niedergelassen. Und dann gibt es in Forchheim ja noch die Ärzte des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ). Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von sieben Ärzten, die sich in ihrer Arbeit abwechseln. "Die Versorgungssituation hat sich eher verbessert", resümiert dann auch Gudrun Rauherr-Bär von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern.

Vor- und Nachuntersuchung

Das ist sicherlich auch mit das Verdienst des Augenarztes Klaus Königsreuther. In Gräfenberg hat er sich Operationsräume eingerichtet.
Und die steigende Nachfrage nach Augenoperationen waren auch der Grund, ein Operationszentrum bei Eckental zu eröffnen. "Für die Patienten war es viel zu umständlich, nach Nürnberg zu fahren", erklärt Königsreuther.
Und später bot es sich für ihn geradezu an, die freien Räume des Ärztehauses in Gräfenberg zu mieten. Dort operiert und empfängt er die Patienten zur Vor- und Nachuntersuchung.
Die Arbeit wird dem Augenarzt Klaus Königsreuther nicht so schnell ausgehen. Ob in Kronach, Eckental oder Gräfenberg.