Schon ihr Name klingt edel : Imani Schuru-esch-Schams. Sie ist orientalischer Herkunft und eine ausgesprochene "Schönheitkönigin" - und sie ist schlau und schnell, zudem eine Egloffsteinerin. Die Rede ist von der Windhündin "Ima", die kürzlich auf der Rennbahn in Hamburg Siegerin beim Deutschen Derby wurde. Ihr "Frauchen" steht dem in nichts nach: Es ist Gabriela Popov, die Frau des weltberühmten Clowns, die mit ihrem Mann Oleg nicht nur in der Manege erfolgreich ist sondern neuerdings auch auf der Hunderennbahn für Aufsehen sorgt.

Wie ist die in der fränkischen Schweiz lebende Zirkuskünstlerin "auf den Hund gekommen"? "Als ich das erste Mal einen Windhund streicheln durfte, war ich vier oder fünf Jahre alt", erzählt Gabriela Popov. Die Sanftheit des Tieres, seine Anmut und Freundlichkeit habe sie tief beeindruckt. Als Tierfreundin hat sie im Laufe ihres Lebens vielen Hunden ein Zuhause gegeben. "Mein letzter Hund wurde 18 Jahre alt - nach seinem Tod blieb ich längere Zeit ohne vierbeinigen Begleiter." Doch ihr habe etwas gefehlt, gesteht Gabriela Popov. Da sei die Erinnerung an den sanften Windhund ihrer Kindheit wach geworden. Sie machte sich auf die Suche - und fand im Internet einen Züchter, der sich um den Erhalt der Sloughis bemüht, einer alten Windhundrasse.

Ein solcher Sloughi bekam nun als Welpe seine Heimat in Egloffstein. Die sandfarbene Hündin erhielt den Namen "Imani", was auf arabisch "der Glaube" bedeutet. Jetzt wird sie nur noch liebevoll "Ima" gerufen.
Extra für sie begann "Frauchen" zu Joggen und Fahrrad zu fahren - denn Windhunde brauchen viel Bewegung. Gabriela Popov erkannte die Lauffreude des Tieres. "Ich hab' das zum Beispiel auf der Koppel gemerkt - Ima will immer mit den Pferden um die Wette laufen."

Erst vor einem halben Jahr begann Gabriela Popov mit dem Training auf der Rennbahn. "Das ist mit viel Aufwand verbunden", erklärt sie. "Man ist das ganze Wochenende unterwegs". Denn die nächste passable Rennbahn liegt in der Nähe von Frankfurt - und um sein Tier zu einem Wettkampf schicken zu können, benötigt es eine Rennlizenz. "Diese zu bestehen, ist gar nicht so leicht", erklärt Gabriela Popov : "Denn der Hund muss beweisen, dass er frei von Angst und Aggressionen ist". Zudem müsse er zeigen, dass ihm das Verfolgen der Beute - einer Hasen-Attrappe aus Flatterbändern und Fellstücken - Freude bereitet. Er muss "Hasen-scharf" sein, wie es im Fach-Jargon heißt. Nicht zuletzt gilt eine Regel, die auch für zweibeinige Sportler gilt: Der Hund darf keine Neigung zeigen seine Konkurrenten zu foulen - sprich: aus der Bahn zu rempeln.

"Die Lizenz zum Rennen bekam Ima vor zwei Monaten - dann hab ich sie gleich zum Derby nach Hamburg gemeldet", berichtet Gabriela Popov.. Es war das erste Rennen für Ima - "und auch das erste Rennen, das ich erlebt habe", betont "Frauchen". Eine spannende Atmosphäre herrscht auf dem Derby in Hamburg: "Da trifft sich die ganze Elite der Szene." Aber es gebe keine Spur von Snobismus. " Man begegnet sehr natürlichen Menschen, die ihre Hunde lieben und sehr hilfsbereit sind", berichtet Gabriela Popov.

Außenseiterin wird Erste

Ima räumte allerdings niemand eine wirkliche Chance ein: "Die läuft nur mal so mit", hätten alle gedacht. Denn die Debütantin trat gegen erfahrene "alte Hasen" auf der Rennbahn an - darunter eine Hündin, die noch nie überholt worden war und als "unschlagbar" galt. Das hatte beim Start auch so den Anschein - "aber Ima rollte das Feld von hinten auf und kam in 34 Sekunden auf 480 Metern als Erste ins Ziel", berichtet Gabriala Popov nicht ohne Stolz. Und mit sichtlicher Würde trägt die Sloughi-Hündin jetzt den Titel "Deutscher Derby-Sieger".
Aber nicht nur Schnelligkeit zeichnen sie aus: Ima wurde vor einem Jahr auch Deutscher Schönheits-Champion und wurde vor vier Wochen erst als schönste Windhündin ihrer Art in Frankreich "gekrönt".