Die zukünftige Form der Kinderbetreuung und die Mittagsverpflegung der Kinder nahmen in der Gemeinderatssitzung in Egloffstein breiten Raum ein. Dementsprechend groß war auch das Interesse der Zuhörer.

Die bisherigen Planungen der Kindertagesstättenerweiterung sahen vor, in den anzubauenden Räumen auch Möglichkeiten für die Hortbetreuung der Grundschulkinder vorzusehen. In einer der letzten nichtöffentlichen Sitzungen wurde von Teilen des Marktgemeinderates die Frage aufgeworfen, ob es nicht möglich sei, die nachmittags eventuell leer stehenden Räume in der Grundschule für die Betreuung zu nutzen. Bürgermeister Stefan Förtsch (CSU) gab nun eine umfassende Gegenüberstellung und Erläuterung der verschiedenen Betreuungsformen wie Mittagsbetreuung, offene und gebundene Ganztagesschule und Hort wieder. Des Weiteren berichtete er von einem Arbeitsgruppentreffen Anfang Januar, in welchem diese Frage ebenfalls erörtert wurde. Diese Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern des Gemeinderates, des Jugendamtes, des pädagogischen Fachpersonals, des Planungsbüros und des Elternbeirates wurde vom Gemeinderat im letzten Jahr ins Leben gerufen und mit der Detailplanung der Kita-Erweiterung beauftragt.

Bewährte Hortbetreuung

Alle Beteiligten sprachen sich in dem Treffen für eine Fortführung der bewährten Hortbetreuung an der Kindertagesstätte "Elmar" in der Talstraße aus. Es gebe eine ganze Reihe von Vorteilen für eine Fortführung des Hortes unter dem Dach der Kita, die erarbeitet wurden: Synergieeffekte, flexiblerer Personaleinsatz, positive Außenwirkung eines "Hauses für Kinder" als Standortfaktor im östlichen Landkreis Forchheim, bessere Hol- und Bringmöglichkeiten, dadurch eine höhere Zufriedenheit bei den Eltern. Lediglich Marktgemeinderat Manuel Vogel konnte sich nicht damit anfreunden und sprach sich dafür aus, geeignete Räumlichkeiten in der Schule zu finden und diese dem Schulbetrieb zu entziehen, um sie für die Nachmittagsbetreuung nutzen zu können. "Schließlich fanden früher neun Klassen in dem großzügigen Gebäude Platz", begründete Vogel sein Ansinnen. Dies sorgte unter den Zuhörern und Kennern der Kinderbetreuungs- und Schulszene für Unverständnis. Bürgermeister Förtsch erwiderte, dass sich der Schulbetrieb seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts grundlegend geändert habe, manche früheren Klassenzimmer einer speziellen Verwendung wie der Lernwerkstatt oder dem Forscherlabor zugeführt wurden. Aufgrund des innovativen Pilotcharakters dieser Lernmethoden an der Grundschule Egloffstein seien diese Investitionen auch vom Staat großzügig unterstützt worden. Des Weiteren nehme die Rathausverwaltung und das Sitzungszimmer fast eine komplette Etage des Schulgebäudes ein. Vogel wollte dies so nicht gelten lassen und forderte anhand eines Summenraumprogramms des Staates eine Überprüfung der Flächen, die der Schule zugeteilt sind. Folglich ging auch die Abstimmung über die Fortführung des Hortes in der bisherigen Form und am gleichen Standort der Kita "Elmar" mit 13:1 Stimmen aus.

Gesundes und frisches Essen für Kinder

Ein weiterer umfangreicher Punkt war die Frage der zukünftigen Verpflegung der Kinder. Derzeit werden täglich rund 60 Kinder mit warmem Mittagessen versorgt, welches in einem ortsansässigen Gastronomiebetrieb zubereitet wird. Vor dem Hintergrund der ungewissen Zukunft des Betriebes und der geplanten Erweiterung der Kindertagesstätte war vom Gremium die Frage der zukünftigen Verpflegung zu entscheiden. Auch zu diesem Punkt berichtete Bürgermeister Förtsch von Gesprächen mit den Fachbehörden wie der Lebensmittelüberwachung am Gesundheitsamt und den Brandschutzexperten der Baugenehmigungsbehörde. Es fand auch eine Exkursion der Arbeitsgruppe in andere Einrichtungen im Landkreis statt, um die dortigen Erfahrungswerte in die Entscheidungsfindung einfließen lassen zu können.

Vollwertige Küche einbauen

Parallel dazu führte der Elternbeirat eine Online-Umfrage unter den Eltern durch. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Eltern in erster Linie Wert auf ein gesundes und frisch zubereitetes Essen legen. Der Essenspreis spielt der Abfrage zufolge eine untergeordnete Rolle. Die anwesende Kita-Leiterin Elke Raschzok-Falk berichtete, dass eine zukünftig eingesetzte Hauswirtschafts- beziehungsweise Kochkraft bei einer entsprechenden Weiterqualifikation auch über das Bayerische Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz staatlich gefördert werden kann. Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse beschloss der Gemeinderat einstimmig, die Planungen für den Einbau einer vollwertigen Küche im Zusammenhang mit der Kita-Erweiterung weiterzuverfolgen.

Weiter ging es mit den Vorstellungen der Vorentwurfspläne zur Kita-Erweiterung, welche im Großen und Ganzen gebilligt wurden. Detailfragen sollen noch mit den Planern abgestimmt werden.

Bauplatz für Einheimische

Um einer ortsansässigen Familie die Schaffung eines Eigenheims zu ermöglichen, muss im Ortsteil Affalterthal ein Bauleitplanverfahren in Form des Erlasses einer Einbeziehungssatzung oder des Aufstellen eines Bebauungsplanes durchgeführt werden. Das gewünschte Grundstück liegt im planungsrechtlichen Außenbereich, ist im gültigen Flächennutzungsplan als Fläche für den Obstanbau dargestellt und liegt teilweise im Landschaftsschutzgebiet des Naturparks. Um der bauwilligen Familie entgegenzukommen, beauftragte der Marktgemeinderat die Verwaltung, ein entsprechendes Bauleitplanverfahren einzuleiten und mit den Bauherrn einer Erschließungsvereinbarung über die Kostenträgerschaft zu schließen. Für das vorgesehene Baufenster soll möglichst wenig Fläche des Landschaftsschutzgebietes in Anspruch genommen werden.

Kommandantenwahlen bestätigt

In vier der sechs gemeindeeigenen Feuerwehren fanden im Januar Neuwahlen der Kommandanten und ihrer Stellvertreter statt. Der Gemeinderat bestätigte die Gewählten unter der Maßgabe, dass die teilweise noch erforderlichen Qualifizierungslehrgänge bis spätestens März 2020 besucht werden müssen.