Bei der spektakulären Explosion an der Realschule in Gräfenberg sind Max Herrmann, Benjamin Gebauer und Ryan Müller nun selbst vor der gefährlichen Rauchentwicklung gerettet worden. Das war allerdings lediglich eine Übung.

Nur ein halbes Jahr vorher war alles purer Ernst. Da retten die drei Jugendlichen einem 27-jährigen Gräfenberger das Leben retten. Der Mann war durch die Rauchentwicklung bereits ins Koma gefallen. Noch zwei oder drei Atemzüge Rauch - und er wäre gestorben.

Es war im Februar dieses Jahres, als die drei Schüler gegen 13 Uhr über den Gräfenberger Marktplatz liefen und aus den Fenster eines Hauses ungewöhnlichen Rauch entweichen sahen. "Man hat gesehen, dass es kein normaler Rauch ist", erinnert sich Max. Er und seine beiden Freunde handelten sofort, liefen in den nebenan liegenden Edeka-Markt und informierten dessen Inhaber Armin Wölfel.

Wölfel alarmierte daraufhin sofort die Feuerwehr, die sofort eingreifen konnte. Die Feuerwehrler warfen die Scheibe ein und öffneten die Tür von innen.

Beim Eindringen in die Wohnung stolperten die Atemschutzträger regelrecht über den bewusstlos am Boden liegenden Mann. Auch der Feuerwehrarzt Frank Bader, der bei diesem Einsatz dabei war und Sofortmaßnahmen einleitete, bestätigte, dass der Bewohner nur knapp dem Tod entronnen war. Dass er überlebte, war allein das dem beherztem Handeln der drei Jugendlichen zu verdanken. Der Brand war erst wenige Minuten, bevor die Jugendlichen den Rauch entdeckt hatten, ausgebrochen. "Drei Atemzüge Brandrauch genügen, um zum Tod zu führen", sagt Gruppenführer Klaus Wiehgärtner.

Von der existenziellen Bedeutung ihrer Tat wussten die drei Jugendlichen seinerzeit allerdings nichts. Nachdem die Feuerwehr informiert war, hatten sie ihren Heimweg fortgesetzt.


Donnernder Applaus

Der 14-jährige Max kommt aus Großgeschaidt, der 14-jährige Benjamin aus Weißenohe und der ebenfalls 14-jährige Ryan aus Kalchreuth. Im Zug sahen sie die Feuerwehr vorbeifahren. Thomas Kawala hingegen fand das beherzte Handeln der drei Jugendlichen würdigenswert und informierte das Bundesministerium, Landrat Hermann Ulm (CSU) sowie die Schulleitung.

Die Schulleitung hat die drei Lebensretter nun bei der Brandschutzaktion gewürdigt. Die Feuerwehr bedankte sich mit gefüllten Rucksäcken. Zu den Geschenken gab es den donnernden Applaus ihrer Mitschüler: "Es ist schon ein gutes Gefühl, einen Menschen retten zu können", sagten Benjamin, Max und Ryan.