Die Kulisse war malerisch und hätte manchen Romantiker schwärmen lassen, als der Kultur- und Förderverein Leutenbach sein 70-jähriges Bestehen feierte. Eigentlich wirkten drei Vereine harmonisch zusammen. Der Obst- und Gartenbauverein stellte seinen Vereinsgarten am Fuß des Walberla zur Verfügung. Der Fränkische-Schweiz-Verein sorgte für die Wurzbüschel beim Festgottesdienst, wobei gerade die Kindertanzgruppe mit den Kräutern ein buntes Bild abgab. Der Jubelverein lud zum geselligen Teil.

Pfarrer Alfred Beiße gab seiner Hoffnung Ausdruck, das möge nicht der letzte Gottesdienst an diesem herrlichen Flecken Natur sein. Der Obst- und Gartenbauverein kämpft momentan mit Problemen in seiner Führung.

Einen schönen und viel beachteten Übergang zum gemütlichen Teil bildete der Auftritt der Kindertanzgruppe der FSV Ortsgruppe. Einmal mehr zeigten die Kinder, dass ihre Betreuerinnen Agnes Häcklein, Dace Galster und Ruperta Schramm ausgezeichnete Arbeit leisten. Wie immer begleitet sie Dieter Lengenfelder mit seinem Akkordeon.

In knappen Sätzen betonte der Vorsitzende des Jubelvereins, Gerhard Dittrich, dass es eine ganz kleine Feier sein solle, ohne jeden Festredner. Den Nachbarvereinen im Dorf dankte Dittrich für die Unterstützung des kulturellen Lebens.

Eine gut besuchte Infotafel am Festgelände gab Auskunft über einige wenige Daten zur Vergangenheit und Aktivitäten über das Jahr. Der Fokus des Vereins liegt heute im Wesentlichen auf einem jährlichen Theaterspiel an zwei Wochenenden im Winterhalbjahr. Seniorenausflüge, die Einladung der Sozialstation Ebermannstadt, Nikolausfeier oder Kinotage sind weitere wesentliche Aktivitäten über das Jahr.

Jetzt lud der Kulturverein nach dem Gottesdienst einfach zum gemütlichen Beisammensein mit Bewirtung und Gedankenaustausch ein. Manch einer hätte sich freilich einen tieferen Blick in die bewegte Historie gewünscht, wo am 3. Januar 1948 der Verein Schwesternheim unter maßgeblicher Unterstützung von Baron Götz von Pölnitz und seiner Frau Gudila als Vorläufer des Kultur- und Fördervereins gegründet wurde, als Leutenbach 1952 einen der ersten Kindergärten im Landkreis Forchheim bekam. Ihn betreuten die Franziskusschwestern aus Vierzehnheiligen fast 40 Jahre.

Markante Persönlichkeiten wie Vorsitzender Georg Kraft führten und prägten den Verein Schwesternheim von 1965 bis 1989, gefolgt 1989 von seinem Sohn Reinhold. Mit dem Neubau eines Kindergartens im Pfarrgarten bekam die Einrichtung eine neue Struktur. Die Trägerschaft übernahm die Kirchenverwaltung Leutenbach. Der Verein Schwesternheim verlor somit seine ursprüngliche Funktion.

Wieder war es Baronin Gudila von Pölnitz, die den Verein Schwesternheim ermutigte, zu neuen Ufern aufzubrechen. 2004 wurde er mit einer neuen Satzung in die neue Form des Kultur- und Fördervereins überführt. 2010 trat Reinhold Kraft ab, es folgte der jetzige Vorsitzende Gerhard Dittrich.