"Als ich ihn das letzte Mal getroffen habe, stand er in der Küche und schälte Zwiebeln, am selben Platz wie früher seine Mutter", erinnerte sich ein ortsansässiger Trauergast. Wie immer packte er dort an, wo gerade die Arbeit anfiel. Hunderte von seinen oft sehr langjährigen Gästen und viele Berufskollegen erwiesen Alt die letzte Ehre. Raimund Alt ist am 28. Oktober im Alter von 67 Jahren gestorben.

37 Jahre lang war Alt als Gastwirt im weiten Umkreis bekannt und hat "den guten Ruf seines Hauses über die Jahre gehalten", wie Georg Hötzelein vom lokalen Hotel- und Gaststättenverband am Grab betonte. 1975 übernahm der damals 25-jährige Raimund Alt nach dem Tod seines Vaters Hans die Brauereigaststätte. "Eine Institution", so Hötzelein.

Als "Mann der Tat" ist er seinen Mitstreitern vom Wasserbeschaffungsverband Dietzhof in Erinnerung, wo er jahrzehntelang im Vorstand aktiv war. Nicht nur dem Beruf geschuldet war Alts vielfältiges Engagement im örtlichen Vereinsleben: im Gesangverein Liederkranz, im FC Concordia Leutenbach, wo er seinerzeit die neugegründete Damenfußballmannschaft sponserte, in CSU-Ortsverband Leutenbach-Mittelehrenbach.

"Jeder hat ihn gekannt", hob Pfarrer Alfred Beißer in seiner Trauerpredigt hervor. "Denn Raimund lebte mitten unter den Menschen." Leise und unauffällig war dagegen das private Leben.

1977 heiratete er seine Frau Rita, mit der er erst vor wenigen Monaten das 40. Ehejubiläum feierte. Sein Markus hat vor einiger Zeit den typischen Familienbetrieb übernommen und Enkel Daniel, der Augenstern des Verstorbenen, könnte in der nächsten Generation in die Fußstapfen des Großvaters und von dessen Vorfahren treten.