An der Eingangstür des gerade erst geöffneten Ladens "Bubble Tea" in der Hornschuchallee in Forchheim steht es seit Donnerstag Nachmittag ganz schlicht auf zwei Blättern weißem Papier: "Wegen Umbau geschlossen. In Kürze wieder da für Sie!" und: "Wir geschlossen wegen Umbau!"
Zuvor hatte ein Kontrolleur des Landratsamts den Laden besucht. Die zumindest vorübergehende Schließung hängt damit zusammen. Die genauen Gründe allerdings liegen noch im Dunkeln: "Wir dürfen uns zu einem laufenden Verfahren nicht äußern", wehrte Pressesprecher Holger Strehl sämtliche Nachfragen ab. Auch Inhaber Tran Thann Giang war für keine Stellungnahme zu erreichen.
Aber egal, warum und weshalb, die Schüler Daniela, Cassandra und Johannes dürfte die vorübergehende Schließung ziemlich traurig stimmen. Denn Tran Thann Giang seine Arbeit einstellen musste, bestellten sie sich noch eine Runde Bubble Tea - nicht ahnend, dass es die vorerst letzte Erfrischung mit dem Kaltgetränk sein wird. Seit das Geschäft geöffnet hatte, waren sie beinahe so etwas wie Stammgäste.

Ein Geschmackserlebnis


"Das ist extrem geschmacksintensiv und gerade jetzt im Sommer genau das richtige Getränk", schwärmt die 16-jährige Cassandra und schlürft begeistert aus ihrem Becher. Auch ihren Kumpel Johannes, ebenfalls 16 Jahre, hat der Trend erreicht: "Es ist einfach mal was Neues und es ist toll, dass man verschiedene Geschmacksrichtungen miteinander kombinieren kann." Am liebsten trinkt er grünen Tee mit Zitronengeschmack und Mango-Kügelchen (Bubbles). Und genau diese Kügelchen sind gerade das Besondere: "Die zergehen auf der Zunge", freut sich Hilal (links), 15 Jahre.
Nach der Schule oder in einer Freistunde holen sie sich immer wieder mal einen frischen Bubble Tea. Und damit sind die drei nicht die einzigen. "Das trinkt gerade jeder bei uns. Sogar im Facebook schreiben ständig irgendwelche Freunde, dass sie gerade Bubble Tea trinken", erzählt Cassandra. Bubble Tea ist für sie und viele andere zur Zeit einfach "absolut in". Nur Daniela haut das bunte Gemisch nicht gerade vom Hocker. "Die Kugeln schmecken total nach Chemie, ich finde es eklig", meint die 15-Jährige.
Ein Anwohner, der zufällig vorbeikommt, kann den Hype um das Getränk ohnehin nicht gerade nachvollziehen. Er ist vor allem von dem Müll, den manche Bubble-Tea-Trinker hinterlassen, genervt. "Überall liegen die Becher, die schmeißen sie sogar in den Brunnen rein und die Stadt muss sie dann jeden Tag rausfischen", ärgert er sich.

Schlecht für die Zähne


Aber jetzt ist ja sowieso erstmal Schluss. Zumindest vorübergehend. Kathrin Heydebreck, Sprecherin bei der Techniker- Krankenkasse Bayern, wird die zumindest vorübergehende Schließung des Forchheimer Ladens wohl nicht gerade traurig stimmen. Im Gegenteil: "Das ist kein Tee, sondern eine Süßspeise", warnt sie.
Tatsächlich: Das Teegetränk wird nicht nur mit kalorienreichem Fruchtsirup versetzt, die Kaugummi ähnlichen Kügelchen sind ebenfalls noch gesüßt. "Ein 0,2-Liter-Becher Bubble Tea enthält mit 300 bis 500 Kalorien ein Drittel des Tages-Energiebedarfs eines Kindes. Das ist kein Durstlöscher, sondern eine echte Kalorienbombe."
Als besten Durstlöscher nennt Kathrin Heydebreck Wasser, schlicht und ergreifend. "Zwischendurch kann man so einen Bubble Tea aber schon mal trinken", will sie aber nicht päpstlicher als der Papst sein.
Ein zu häufiger Verzehr schade allerdings vor allem den Zähnen. Kleinkinder könnten sich zudem an den Kügelchen verschlucken. "Bubble Tea sprießt trotzdem gerade wie Bubbles aus Ecken und Gassen", scherzt sie.
In Asien und den USA ist Bubble Tea längst ein Kultgetränk. Ob er dies auch in Forchheim wird, ist nach dem Mittwoch offener denn je.