Für die Poxdorfer Böllerschützen ist 2013 ein ganz besonderes Jahr. Zwei wichtige Ereignisse gibt es darin, die es für die Poxdorfer unbedingt mit dem angemessenen Aufwand zu feiern gilt. 25 Jahre alt wird die Böllergruppe des Schützenvereins Edelweiß Poxdorf in diesem Jahr. Und dann haben sich die Poxdorfer auch noch den 8. Juni dick im Kalender angestrichen, wenn ihre Gemeinde das 22. Fränkische Böllerschützentreffen beherbergen wird.

Einer der vier passionierten Poxdorfer Schützen, die 1988 die Bölllergruppe ins Leben gerufen haben, ist Hans Kupfer. Seitdem leitet Kupfer gemeinsam mit seinen drei Vorstandskollegen Otto Freund, Franz Schmidt und Rainer Werner die Geschäfte im Verein. Zudem füllt er auch das Amt des Kommandanten.
Die Poxdorfer Böllergruppe besteht heute aus achtzehn aktiven und zwei passiven Mitgliedern. Darunter sind fünf Frauen. Von Waffen spricht Kupfer allerdings nicht so gerne, wenn es darum geht, seine Leidenschaft zu erklären. Kupfer bevorzugt stattdessen den Begriff "Schießgeräte". Von denen besitzen die Poxdorfer Handböller, Schaftböller, Standböller und eine Kanone.

Sie lieben die Geselligkeit

Leichtsinn ist nicht die Sache der Poxdorfer. Jedes aktive Vereinsmitglied hat eine sogenannte Böllerprüfung bestehen müssen. Zudem werden sämtliche Schießgeräte im Abstand von fünf Jahren vom Beschussamt in Mellrichstadt überprüft.

Die Böllergruppe beteiligt sich an Umzügen wie beispielsweise an Fronleichnam oder am Volkstrauertag. Ihre Mitglieder sind gern gesehene Gäste bei Vereinsjubiläen, und sie treten bei Hochzeiten oder Geburtstagen auf. "Wir pflegen die Tradition und lieben Geselligkeit. Und natürlich macht's auch Spaß, wenn's so richtig schön kracht", sagt Kupfer.

Sein Verdienst ist es auch, dass die Poxdorfer Böllergruppe eine Kanone besitzt. Ende der 1980er-Jahre hatte er bei einem Altwarenhändler in Hagenau die alte "Poxdorfer Kanone" entdeckt. Die Gemeinde hatte die Kanone zuvor zusammen mit einer Dreschmaschine und ausrangierten Feuerwehrspritzen zur Verschrottung freigegeben.

Jahrzehntelang hatte das "alte G'lump" in einer Scheune hinter der Alten Schule gelegen und war allmählich verrottet. Schon 1956 war die Kanone als "nicht mehr einsatzfähig" ausgemustert worden. Danach hatten die Poxdorfer ihre Kanone mit der Zeit einfach vergessen. Wahrscheinlich war im Dorf auch in Vergessenheit geraten, dass die Gemeinde die Kanone 1912 eigens gekauft hatte, um beim bevorstehenden Besuch des Prinzen Ludwig von Bayern, der später zum König Ludwig III. wurde, Salut zu schießen.

Bestens in Schuss

Am 15. Juni 1912 hatte das Forchheimer Tagblatt davon berichtet, wie am Bahnhof in Baiersdorf eine Kanone für Poxdorf ausgeladen worden war. Dies habe bei den Menschen Erstaunen und Bewunderung ausgelöst.
Als Hans Kupfer die geschichtsträchtige Kanone dem Schrotthändler abgekauft hatte, war sie in einem beklagenswerten Zustand: "Die Metallteile waren verrostet, die hölzernen Räder brüchig und das Gestell kaputt. Und das Schlimmste war, dass der Verschluss fehlte! Den hat mir dann der Zametzer gebracht, der Nachbar rechts von der Alten Schul'. Der hatte ihn Jahre zuvor mal aus der Scheune mitgenommen, weil die Kinder da immer mit dem Ding gespielt haben."

Inzwischen ist die Kanone bestens restauriert und vorschriftsmäßig vom Beschussamt abgenommen worden. Die Poxdorfer Böllerschützen können es jetzt so richtig krachen lassen. Beim Festkommers am Samstag, 25. Mai, der ab 17 Uhr in der Turnhalle stattfindet, werden sie damit ebenso schießen wie beim 22. Fränkischen Böllerschützentreffen am 8. Juni. Bis jetzt haben sich dazu 64 Vereine mit 465 Handböllern, 23 Standböllern und 29 Kanonen angemeldet.