Das Wasser ist knapp geworden in Hetzles. Daran kann auch der Regen der vergangenen Tage nichts ändern. "So schnell erholen sich die Schüttung unserer Quellen nicht", sagt Zweiter Bürgermeister Georg Regenfus (Bürgerblock). Nach dem dürren Sommer lagen die Schüttungen zuletzt bei 2 bis 2,3 Liter pro Sekunde. Daher hat die Gemeinde Hetzles am 19. September eine "Allgemeinverfügung" erlassen. Sie gilt vorerst bis 7. Oktober.

Die Verfügung untersagt, Trinkwasser für bestimmte Zwecke zu verwenden. Gartenbewässerung, das Füllen von Schwimm- oder Planschbecken und das Waschen von Autos, all das ist derzeit in Hetzles verboten. Wenn die Trinkwasserreserven schwinden, darf der Bürgermeister laut Satzung eingreifen, ohne vorher seinen Gemeinderat zu fragen. Genau das hat der Erste Bürgermeister Franz Schmidtlein (Bürger aus Hetzles und Honings) getan, um die "gleichmäßige und sichere Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser" zu garantieren. Er hat die Verfügung erlassen und wer sich nicht daran hält, dem droht ein Bußgeld.

Um zu ermessen, wie sehr die sommerliche Dürre die Wasserversorgung beeinflusst hat, muss man wissen, dass in regenreichen Zeiten die Quellen in Hetzles nur so sprudeln. "Wenn es gut läuft beträgt die Schüttung zwischen vier und fünf Liter pro Sekunde, sagt Georg Regenfus. Sechs bis acht Wochen werde es dauern, bis sich die Schüttung erhole. Bedingung sei aber ein regelmäßiger Regen.

Rund 250 Kubikmeter Wasser pro Tag verbrauchen die 1200 Bewohner in Hetzles. "Da ist alles dabei", erklärt der Zweite Bürgermeister, also auch das Gartengießen und das Auffüllen von Swimmingpools. Weil das die drei Quellen aber schon ab Ende Juli nicht mehr hergaben, startete die Gemeinde im August zwei Aufrufe zum Wassersparen. Ein spürbarer Erfolg blieb aus, es folgte die Allgemeinverfügung. "Sie ist einen Tick krasser als eine Aufforderung", sagt Georg Regenfus. Wobei er davon ausgeht, dass die "Bußgeldvorschriften der Wassersatzung" keine Rolle spielen werden: "Wir bauen auf die Einsicht der Leute."

Natürlich sei die Maßnahme der Gemeinde als Reaktion auf die Wasserknappheit "nachvollziehbar", sagt Kunigunda Bayer. Sie betreibt eine Brennerei in Hetzles. Die Trockenheit der vergangenen Monate hat bei Kunigunda Bayer zum Umdenken geführt. Das Wasser, das in der Brennerei benötigt wird, verwendet sie jetzt ein zweites Mal. "Wir fangen das Wasser auf und damit gieße ich. Mich reut das Wasser."

Aus der Dürre von 2003 gelernt

Zweiter Bürgermeister Regenfus beobachtet, was auch Gemeinderat Dr. Andreas Bayer (Bürgerblock) bestätigt: "Die meisten Leute haben Verständnis. Sie sind froh, dass wir in Hetzles eigenes Quellwasser haben." Den Bürgern sei klar, dass sich die Situation grundlegend geändert habe, meint Andreas Bayer. "Vor 30 Jahren war es noch nicht so, dass so viele Leute einen Swimmingpool hatten. Außerdem hat es solche Extremsituationen ohne Regen bisher kaum gegeben."

Allerdings erinnert der Gemeinderat des Bürgerblocks auch daran, dass es eine Ausnahmesituation wie die aktuelle schon einmal gab: Die Dürre von 2003 sei ja der Grund gewesen, weshalb die Gemeinde Hetzles überhaupt erst an die Leithenberg-Gruppe angeschlossen wurde. Seitdem sei eine Notversorgung verfügbar: "Die Versorgung mit Trinkwasser ist gewährleistet, das ist eine Konsequenz der Dürre von 2003", sagt Andreas Bayer.

Dieser Tage bewährt sich die Entscheidung von 2003. Täglich kauft die Gemeinde über die Leithenberg-Gruppe Effeltrich 30 bis 100 Kubikmeter Wasser pro Tag hinzu. Der Preisunterschied zwischen dem eigenen und dem zugekauften Trinkwasser sei aber minimal, sagt Zweiter Bürgermeister Regenfus. Daher hätten die Bürger nach diesem heißen Sommer keine höheren Wasserrechnungen zu befürchten.