Drei Sitzungen gab es, jetzt herrscht Bedauern. Am Mittwoch, 10. April, wird sich der Hauptausschuss der Stadt mit dem Thema beschäftigen: "Rahmenkonzept für Veranstaltungen in der Innenstadt." In der von Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) unterzeichneten Beschlussvorlage ist zu lesen: "Es wird bedauert, dass hinsichtlich Altstadt-, Apothekenstraßen- und Brückenfest keine Bereitschaft zu einer Konzentration besteht."

Vermutlich wird der Hauptausschuss dieses Bedauern teilen. Denn wie der Kulturbeauftragte Dieter George sagt, "geht der Spielraum der Stadt Forchheim, bei diesem Thema einzugreifen, gegen Null." George hatte die drei Gesprächsrunden der Stadträte geleitet. Neben dem Kulturwaren Stadträte und die Werbegemeinschaft am Tisch gesessen. "Mit hätte es gefallen, wenn man einige Feste zusammengelegt hätte", sagt George.


Sie sind nun mal eingeführt


Aber da all diese Feste nun mal eingeführt und rechtlich nicht zu beanstanden seien, wie sollte der Stadtrat vorgehen, fragt George: "Soll sich der Stadtrat nun hinstellen und eines der Feste verbieten? Dann landet die Sache sofort vor dem Kadi." Dieter George ist dennoch zufrieden mit den Gesprächsrunden. "Der Gedankenaustausch war notwendig", sagt er.
Und für Stefan Schick (CSU-Stadtrat und Vorsitzender der Werbegemeinschaft) hat der Austausch gezeigt, dass ein Konsens bestehe: "Die Vielzahl der kleinen Feste ist besser. So wird ein nach Zielgruppen orientiertes Spartenprogramm angeboten." Damit sei die Zusammenlegung der kleinen Feste (Apothekenstraßenfest, Brückenfest und Überall Musik) mit dem Altstadtfest zu einem großen "Frankenfest" vom Tisch.

Stefan Schick erinnert daran, dass vor 14 Jahren, als er den Vorsitz in der Werbegemeinschaft übernommen hatte, in der ganzen Stadt beklagt worden sei, "hier ist die Katz gfreckt". Mittlerweile sei sein persönliches Ziel erreicht: Auch im Landkreis herrsche die Meinung - "in Forchheim ist immer was los".

Stefan Schick wundert sich vor allem, dass es Leute gibt, die das seit 35 Jahren funktionierende Altstadtfest in Frage stellen. "Zum Altstadtfest kommen 20 000 bis 30 000 Menschen und das Fest ist das einzige, das ohne Zuschüsse auskommt und sich selbst finanziert."

SPD-Stadträtin Lisa Hoffmann hat dennoch einen kleinen Einwand: "Altstadtfest ja, aber kritisch unter die Lupe genommen gehört das Fest dennoch", sagt sie. Und wünscht sich "mehr Themen und Differenzierungen" auf diesem Fest. Das Konzept, das die Werbegemeinschaft nun vorgelegt habe, spreche aber nur von einer "gastronomischen Aufwertung".
Das ist Lisa Hoffmann zu wenig. Wie ihr überhaupt die drei Gesprächsrunden über das Rahmenkonzept der Veranstaltungen missfallen hätten: "Das Thema ist wieder in Teile zerstückelt worden. Jetzt ist die Luft raus, der große Wurf ist es nicht geworden, die Gesamtschau fehlt." Daher fordert die Stadträtin Hoffmann einen "Runden Tisch aller Beteiligten."