Wenn die fünfjährigen Mädchen springend in die Halle laufen, mit ihren schwarz-roten Puscheln in jeder Hand jubelnd winken, lenken die jungen Cheerleader jede Aufmerksamkeit auf sich. Schon bei diesem Bild kommt Begeisterung auf. Nichts anderes als das Publikum zum Beifall zu führen, ist die Aufgabe der Cheerleader. Diese Gruppen sind in Deutschland seit den 80ern populär.

Seit acht Jahren gibt es die Abteilung beim SV Hetzles. Zum typischen Fußball neue Akzente zu setzen, indem man dem Trend folgt, waren wohl einige Gründe dafür, sie ins leben zu rufen. Gewonnen hat man talentierte junge Mädchen, die, wie Rebecca Schneider, von Anfang an dabei sind. Astrid Dornauer gründete damals diese Gruppe, die hauptsächlich tanzte. Unterstützt wurden sie von Nina Ritter, einer Gardetänzerin vom Neunkirchner Carnevalverein. Seit drei Jahren leitet die 23-Jährige diese Abteilung alleine.

Cheerleading gefällt den 25 Mädchen vom Kindergartenalter bis zur vierten Klasse "total gut", kennen sie es doch aus dem Fernsehen. Und da es jetzt nicht nur die Cheerleader gibt, sondern auch Jungs im Verein sind, feuerte man sie einfach bei einem Fußballspiel an. Das war ihnen wohl nicht ganz geheuer.

"Die sind erschrocken", meinen einige Mädchen lachend. Und doch lauern sie vor den Fenstern, wenn die Mädchen tanzen, ein Rad schlagen oder ihre Hebefiguren üben. Für die Kicker ist es noch ungewohnt, von Mädchen durch Tanz und turnerische Elemente angefeuert zu werden.

Cheerleading ist eine Mischung aus Tanz, Akrobatik und Bodenturnen. "Bei den Kleinen üben wir das spielerisch", erzählt Nina Ritter. Von Perfektion durch Strenge hält sie nichts. Einige lustige Spiele wie "Feuer, Wasser, Blitz" oder "Fischer wie tief ist das Wasser" wärmen die Muskeln genau so auf und wenn die Mädchen dann rennen, laufen und fangen, sind die Fünf- bis Siebenjährigen genau so eifrig bei der Sache wie die zweite Gruppe, die Mädchen aus den dritten und vierten Klassen. Allerdings sehen deren Aufwärmübungen schon Kombinationsschritte vor. Also Sidesteps, auch nach vorne, Drehungen und Drehbewegungen der Hände.

Cheerleading fördert vor allem die Koordination. "Viele können keine Purzelbäume oder Räder schlagen", weiß die Trainerin. Die Kinder lernen es einfach nicht mehr. Doch beim SV Hetzles trainieren sie diese Fähigkeiten, die schließlich in die Tänze eingearbeitet werden. "Auch das Taktgefühl ist wichtig", betont Nina Ritter. Wenn die Mädchen in ihren eigens für das Cheerleading gekauften Kleidern zum Rhythmus der Musik die Hüften von links nach rechts bewegen, leicht wippen oder mit den Beinen stampfen, während sie die Arme ausgestreckt halten und ihre Puschel zum Takt schwingen, werden diese beiden Eigenschaften deutlich.

Selbst bei schwierigeren Elementen, wie ein Rad schlagen oder Figuren auf den Knien der am Boden liegenden Cheerleader aufbauen, wirkt es von der Zuschauertribüne aus anmutig und rhythmisch.

"Das Tanzen macht mir mit und ohne Puschel Spaß", betonen die beiden fünfjährigen Mädchen Mona Singer und Anna Singer. Den Zusammenhalt fördert das Cheerleading automatisch. Innerhalb der Gruppe wegen der Übungen, denn "wenn wir eine Hebefigur üben, muss man aufpassen, dass sich ein anderes Mädchen nicht verletzt", sagt Nina Ritter.

Und Johanna Mehl, die seit fast sieben Jahren bei den Cheerleadern ist, findet am schönsten, dass man diese Tänze zu Hause weiter üben kann. Die Choreografien erstellt Nina Ritter selbst.
Auftritte der Cheerleader stehen beim Jugendtag in Hetzles, der Kirchweih in Hetzles und dem Neunkirchner Bürgerfest auf dem Programm.

Die Cheerleader der beiden Gruppen sind: Mona Singer, Anna Singer, Leni Penert, Lilly Kraus, Johanna Biermayer, Elya Gül, Nina Schmitt, Sarah Smolny, Johanna Mehl, Emilia Mehl, Sophia Marsing, Sabrina Montag.