Die Erde ist bekanntlich eine Kugel. Dass aber zum Beispiel auch Pottenstein für jemanden "die Welt bedeuten" kann, beweist Fotograf Uwe Seidel mit seinen einzigartigen Aufnahmen. Neben 360-Grad-Panoramen erzeugt er die künstlerisch anmutenden und etwas verspielten Projektionen "Little Planet" und "Tunnelblick". Diese ziehen den Betrachter magisch an und regelrecht in das Bild hinein.


Fotografie erst seit zwei Jahren


Dabei hat sich der selbstständige Unternehmer aus Eckental-Eschenau die Panorama-Fotografie erst vor etwa zwei Jahren selbst beigebracht. "Im Internet gibt es viele Tutorials und Anleitungen", erklärt der 51-Jährige. Letztlich hätte er aber vor allem viel ausprobieren und herumexperimentieren müssen. Bei schönem Wetter zieht es ihn in die Natur oder in die Stadt zum Fotografieren.
Was als Hobby angefangen hat, entwickelte sich langsam zu einem kleinen Nebenerwerb. "Immer mehr Bekannte sprechen mich an, ob ich nicht zum Beispiel Bilder von ihrem Hotel machen könnte", erzählt er. Als "guten Freizeitbetrieb mit Option zum Geldverdienen" würde er seine Panorama-Aufnahmen bezeichnen. "Das Equipment ist aber auch sehr teuer", sagt er.


Sechs bis 40 Fotos für ein Bild


"Heutzutage kann jeder normale Bilder schießen", sagt der Panorama-Experte. Deshalb habe er angefangen, diese besondere Art von Aufnahmen zu machen, und sich nur auf 360-Grad-Bilder spezialisiert. "Ich mache etwa sechs bis 40 Fotos, welche mittels Spezialsoftware nahtlos aneinander gefügt werden", erklärt er. Die Fotos müssten sich ein bisschen überlappen. "Der linke Bildrand beginnt exakt da, wo der rechte Bildrand aufhört", sagt Seidel.
Beim Kugelpanorama werden auch Zenit (Punkt im Himmel direkt über dem Betrachter) und Nadir (der gegenüberliegende Fußpunkt) in der Fotomontage komplett abgebildet. Diese Fotomontagen werden dann mittels einer speziellen Software in einige tausend Bildteile geschnitten und zu einer virtuellen Kugel geformt. "Der Betrachter eines solchen Kugelpanoramas hat das Gefühl, er stünde in der Mitte des abgebildeten Raumes und drehe sich um die eigene Achse", erzählt der Fotograf. Eine Schwierigkeit beim Fotografieren seien vor allem die Lichtverhältnisse. "Jeder Fotograf lernt: Fotografiere niemals gegen die Sonne. Aber bei einem Panorama kommt man da nicht drum herum", meint er. Es ist auch möglich, mehrere einzelne Kugelpanoramen zu interaktiven virtuellen Touren durch ganze Firmengebäude, Ausstellungen oder Städte zusammenzufassen.


Spannend, was dabei entsteht


Als Basis für die "Little Planets" dient eine fertige 360-Grad-Fotomontage. Diese wird mittels einer Software numerisch transformiert, wodurch diese kleinen Planeten entstehen. Selbst für Uwe Seidel ist es jedes Mal spannend, welche Motive dabei herauskommen. "Eigentlich sind das nur die Abfallprodukte, die nebenbei entstehen, wenn ich interaktive Panoramen mache", sagt er.