Eigentlich wird über Kunst eher im Kulturausschuss diskutiert - dass das Projekt "Kunst zu Gast" auf der Tagesordnung des Bauausschusses landete, lag an dem Objekt, das künstlerisch verziert werden soll: Der italienische Graffiti-Künstler Martino Zulian will die Turnhalle der Martinsschule bemalen - seine Hauptfigur ist ein dicker Mann mit Strickpullover. Als "Angst einflößend" empfand dies SPD-Stadtrat Albert Dorn, der sich darum sorgte, dass die Seelen der Schulkinder Schaden nehmen könnten.Er lehne diese Art der Bemalung, "sofern man da überhaupt von Kunst sprechen kann", ab.

Sorge um Kinderseelen

Womit Dorn allerdings alleine stand - denn alle anderen erwiesen dieser Art von Kunst ihre Gunst.
Wenn man das Werk des italienischen Künstlers bedrohlich empfinde, gab Projektleiterin Christine Fricke zu bedenken, dann dürfe man auch nicht durch Bamberg gehen, denn dort stünden an jeder Ecke "die dicken Boteros" herum.

Edith Fießer von den Grünen freute sich, dass es jemanden gebe, der die Künstler aus Europa nach Forchheim ziehe. Markus Schmidt (CSU) konnte als Vorsitzender des Elternbeirats mitteilen, dass man in der Martinsschule dem Projekt positiv gegenüber stehe: "Wir möchten dies haben". Auch der Fraktionssprecher der SPD, Reinhold Otzelberger, fand es "sehr gut, dass in Forchheim solch eine Aktion stattfindet."

Allerdings machte Bauamtsleiter Gerhard Zedler deutlich, dass es wichtig sei, im Falle von Fassadenrenovierungen, die Wandmalerei entfernen zu dürfen.

Erlaubnis zur Entfernung

"Nicht, dass es da einen Urheberrechtsschutz gibt", unterstrich Bürgermeister Franz Streit (CSU), der aber aus persönlicher Sicht die Wandmalerei als "sehr schön" empfand.

Christine Fricke versicherte, dass der Künstler selbstverständlich auch eine Erlaubnis zur Entfernung der Wandmalerei unterschreiben würde, wenn dies erforderlich sei.

"Dies ist ein großes Entgegenkommen des Künstlers", befand Sebastian Körber (FDP), der die Aktion ebenfalls begrüßte.

Projektleiterin Christine Fricke unterstrich, dass durch diese Aktion keine Kosten auf die Stadt zukämen - das Gerüst zur Wandbemalung werde durch die Dachdeckerei Schmidt gestellt, die Farben würden von der Künstlerfarbenfabrik Kreul gestiftet.