Franz Stumpf, der Vorsitzende des Vereins für Bewegungsspiele (VfB), verließ die Vorstandssitzung am Dienstagabend voller Optimismus. Vielleicht werde der knapp 900 Mitglieder zählende Verein in den nächsten Jahren nicht größer werden, sagte Stumpf am Mittwoch; aber von einer Auflösungstendenz könne keine Rede sein.
Zuletzt sah es aber doch sehr nach Auflösung aus: Die Fußballer hatten ihre Mannschaften vom Spielbetrieb zurückgezogen; die Handballabteilung hatte den Verein verlassen und sich beim HC Forchheim angesiedelt und die Triathleten hatten sich in Richtung SSV Forchheim verabschiedet.

Franz Stumpfs Botschaft nach der Vorstandssitzung: "Der VfB wird sich auf die Abteilungen konzentrieren, die Hallensport betreiben." Mit anderen Worten: "Die Fußballabteilung wird in der bisherigen Gestalt keine Rolle mehr spielen."
Die Kluft zwischen den Fußballern und den anderen Sportlern des VfB war spätestens 2010 offensichtlich geworden. Da hatte Kassier Walter Mirschberger in der Hauptversammlung die Schulden des Gesamtvereins auf rund 70 000 Euro beziffert und etwa ein Drittel der Mehrausgaben der Fußballabteilung zu Last gelegt.
Seitdem wird über die Kostenanteile gestritten: Wer etwa muss zahlen, wenn es um die Instandsetzung der drei Spielfelder geht? Wer kommt für die Sanierung des Sportheimes auf? Wie steht es mit den Heiz- und Duschkosten im Sportheim?

Die Hallensportler weigerten sich, für Ausgaben der Fußballer einzustehen. Die Fußballabteilung wiederum betonte, dass das Sportheim eine Einrichtung des Gesamtvereins sei. In 14 Tagen wollen Franz Stumpf, sein Stellvertreter Stefan Schick und Kassier Walter Mirschberger mit der Fußballabteilung verhandeln. Die Position sei seit Dienstag eindeutig, betont Stumpf: "Die Hallensportler werden die bisherige Regelung nicht mehr hinnehmen, für die Fußballer wird keiner mehr mitzahlen."

Sollte diese Position endgültig sein, werden die Fußballer dem Verein wohl den Rücken kehren. Das ließ Christopher Hack am Mittwoch anklingen: Noch warte er auf ein Signal des Vorstandes, sagte der Abteilungsleiter der VfB-Kicker. Schon vor Wochen habe man reden wollen, bislang warte er vergebens auf einen Gesprächstermin. Was das Sportheim betrifft, ist Christopher Hack kompromisslos: "Zu einem Sportverein gehört ein Sportheim." Auch wenn das Heim hauptsächlich von den Fußballern genutzt werde, für die Finanzierung sei der gesamte VfB zuständig - "schließlich ist ein Verein doch eine Gemeinschaft." Die Rasenplätze könnten über die Sportförderung finanziert werden, sagt Hack, "aber dass für das Vereinsheim nur eine Abteilung zuständig sein soll, das ist nicht realisierbar".

Was mit dem Sportgelände und dem Heim passiert, wenn sich die Fußballabteilung verabschiedet? Darüber müsse der Vorstand entscheiden, sagt Franz Stumpf. Die Fußballer des TKV hätten sich bereits an ihn in seiner Rolle als Oberbürgermeister gewandt, sagt Stumpf. Aber beim möglichen Verkauf von Sportheim und Spielflächen habe die Stadt nichts mitzureden; auch über eine Verpachtung könne er als Oberbürgermeister nicht entscheiden.

Entschieden hat sich Franz Stumpf dagegen, demnächst bei der Hauptversammlung wieder als Vorsitzender zu kandidieren. Drei Jahre möchte er an die 30 Jahre im Vorstand noch ranhängen. Es reize ihn, die am Dienstag beschlossene Neuorientierung zu gestalten. Die Ausrichtung auf eine möglichst breites Hallensport-Angebot könnte die Jugend begeistern, meint Stumpft. Die Einstellung zum Sport habe sich geändert: Pluralität und Abwechslung sei bei Jugendlichen gefragt.

Zur Vielfalt der Sportangebote müsste dann auch wieder der Hallenhandball gehören. Sollte sich die Auffassung durchsetzen, dass jede Abteilung für sich wirtschafte, sei eine Rückkehr der Handballer von der HC Forchheim zum VfB denkbar, meinte Stumpf.
Das allerdings wollte Stefan Schick so nicht bestätigen. Der HC-Abteilungleiter und gleichzeitige VfB-Vize sagte dazu: "Ich kann den HC nicht frisch geschaffen haben und jetzt wieder verabschieden." Wenn es Handball beim VfB wieder geben sollte, dann bestenfalls "in ferner Zukunft", meinte Schick.

Sollten die Fußballer den Verein verlassen, würden rund 200 Mitglieder abwandern, schätzt Christopher Hack. Noch sei die Mitgliederzahl in der Fußballabteilung "stattlich". Aber natürlich hätte sich, seit der Spielbetrieb darnierdeliegt, "eine teilweise Abwanderung der Spieler" bemerkbar gemacht.