Unwillkürlich zieht Tristan (11) den Kopf ein, wenn er durch die Unterführung der Adenauer-Brücke, die Forchheim mit Buckenhofen verbindet, läuft. Unter dem Brückenkopf auf der östlichen Seite haben es sich seit einiger Zeit Tauben gemütlich gemacht. Hier sind sie ungestört von Wind und Wetter. Ein idealer Brutplatz.
Zum Leidwesen von Carina Lengenfelder. Die Krankenschwester aus der Regnitzstraße ist bereits mehrfach beim Ordnungsamt der Stadt vorstellig geworden.

Die Tauben seien eine Plage, ihr ätzender Kot stelle eine Gesundheitsgefährdung dar. Besonders ihr Sohn Luis, der die zweite Klasse der Martinschule besucht und an Asthma leidet, sei gefährdet.
Der Taubenkot, durch den er täglich laufen muss, wenn er zur Merowingerstraße will, seit ein Risiko, schrieb die besorgte Mutter an das Ordnungsamt. Klaus Backer, Chef des Forchheimer Ordnungsamtes, setzt daraufhin den Bautrupp in Marsch. Großreinemachen! "Die waren ein paar Mal da, sind mit der Kehrmaschine durchgefahren, mehr nicht."

Dann habe sich wochenlang nichts mehr getan, behauptet Carina Lengenfelder, die darauf besteht, dass unter der Brücke, an den Landeplätzen der Tauben Metallspitzen angebracht werden. Die würden die "Ratten der Lüfte schon vertreiben", ist die besorgte Mutter sicher.

Gilt das Floriansprinzip?

"Löst aber das Grundproblem nicht", findet Klaus Backer. "Dann haben wir die Tauben halt wo anders."
"Aber es ist besser geworden", findet Christine (50), die ebenfalls die Unterführung passiert. Der Gehweg werde in regelmäßigen Abständen gesäubert. "Ich habe das nicht genau beobachtet, aber ich schätze, alle zwei Wochen fährt die Kehrmaschine durch", berichtet die Passantin, die findet: "Zwischendurch könnte eine Grundreinigung mit einem Dampfstrahler nicht schaden."

Alles nur dreckig?

"Den könnte die ganze Stadt gebrauchen", findet Renate Lassner, die Klage führt über einen verwilderten Stadtpark, ungepflegte Sträucher und Dreck, so weit das Auge reicht. Ganz Forchheim sei eine Müllhalde.
Zum Beweis legt sie über zwei Dutzend Fotos vor, mit denen sie wucherndes Unkraut, kaputte Zäune, herumliegendes Papier, zerbrochene Flaschen und auch die achtlos weggeworfene Dosen und Tetrapacks dokumentiert hat.

Was sagt dazu das Ordnungsamt? Grundsätzlich werde jeder Beschwerde nachgegangen. Der Leiter des Bautrupps sehe sich vor Ort um und entscheide daraufhin, was gemacht werden kann, um die Situation möglichst schnell zu verbessern. "Leider können wir nicht überall gleichzeitig sein, aber wir nehmen die Beschwerden sehr ernst", heißt es beim Ordnungsamt.
Manchmal helfe es auch, mit dem Nachbarn zu reden oder einen Vermittler einzuschalten, wenn jemanden die Unordnung auf dem Nachbargrundstück stört.