Er gab dem beklagten Wasserzweckverband in allen Punkten recht und ließ den Angestellten des Verbandes buchstäblich in die Röhre schauen.
Der Mann hatte sich gegen die Streichung seines gesamten im Verlauf der Jahre aufgelaufenen Resturlaubs in Höhe von 50 Arbeitstagen gewehrt und auch einen Kompromiss zurückgewiesen, nachdem die Gemeinde, die den Zweckverband betreibt, in der Vergangenheit zu erkennen gegeben hatte, dass sie bereit wäre, ihn mit zusätzlichen 14 Tagen Urlaub abzufinden. Die sind jetzt auch futsch, da er dem Kompromiss nicht zugestimmt hatte. Richter Derra wies die Klage ab, und begründete dies damit, dass der Mann, nachdem sein Resturlaubsanspruch mit einem Federstrich auf Null gesetzt worden war, diesen ja dennoch hätte einreichen können.
Das war es in der Hauptsache, was seine Kollegen aus der Gemeinde irritierte, denn in der Hauptverhandlung war noch davon die Rede gewesen, dass die rückwirkende Geltungmachung eines Urlaubsanspruch unter keinen Umständen machbar sei.
Nun wird ihm daraus ein Strick gedreht, dass er sich nicht zur Wehr gesetzt und einen solchen Urlaubsantrag rückwirkend gestellt habe. Zudem muss der Kläger 94 Prozent der Kosten tragen. Die Zuhörer ließ der Arbeitsrichter ziemlich ratlos zurück und riet ihnen stattdessen, das schriftliche Urteil abzuwarten, es nachzulesen und dann zu prüfen, wie dagegen vorzugehen sei. Denn eines stellte der Richter klar: "Eine Revision wird nicht zugelassen!"