In diesem Jahr steht der 100. Todestag von Alois Alzheimer an, der im unterfränkischen Marktbreit geboren wurde. Sein Name steht für eine Krankheit, die er zu Lebzeiten erforscht hatte.

Bekannt wurde seine erste Patientin, Auguste Deter, die von ihrem Mann in seine Anstalt gebracht worden war, weil sie sich sehr verändert hatte. "Es gibt zwei Plagen unserer Zeit; die eine ist Krebs, die andere Alzheimer", sagte Marktgemeinderat und Seniorenbeauftragter Peter Landendörfer (WG) in der Gemeinderatssitzung und informierte seine Kollegen, dass am Vortag die "Demenzinitiative Heiligenstadt" gegründet worden war.

"In Deutschland sind etwa 1,2 Millionen Menschen von Demenz betroffen", erklärte Landendörfer. In den nächsten 20 Jahren könne sich diese Zahl verdoppeln, was nicht zuletzt auch mit der immer älter werdenden Gesellschaft zu tun habe. "Professor Elmar Gräßel hat zu diesem Thema einen hervorragenden und informativen Vortrag gehalten", so der Seniorenbeauftragte und praktizierende Arzt. Denn die eingesetzten Medikamente würden allenfalls zu einer Verlangsamung der Symptomatik führen. Außerdem würden etwa 70 Prozent aller Demenz-Kranken zu Hause durch Angehörige gepflegt, die zunehmend an Überforderung leiden würden.

"Mit Hilfe dieser Selbsthilfe-Initiative soll in Heiligenstadt ein Angebot entstehen, wo Betroffene zusammenkommen, sich austauschen und Unterstützung durch Fachleute holen können", erklärte Landendörfer.

Ziel sei, die Betroffenen bei den Alltagsproblemen zu entlasten. Bürgermeister Helmut Krämer (CSU) ergänzte, dass zwei "Kümmerer" benannt worden waren: Monika Kraus und Käthe Besand sind die ersten Verantwortlichen dieser Initiative. "Und sie werden alle Unterstützung aus unserem Haus bekommen", betonte Seniorenbeauftragter Landendörfer.