Vor etwas mehr als 25 Jahren, genau am 11. September 1987, wurde die Ehrenbürg, den meisten Einheimischen nur als Walberla geläufig, als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Viele erinnern sich noch an die Zeit davor: "Als Kind bin ich auf dem Walberla Schlitten gefahren", weiß Anja Gebhardt, die Bürgermeisterin von Kirchehrenbach (SPD), noch. "Doch inzwischen hat sich alles grundlegend geändert." Und das hat auch etwas mit der Vereinbarung zu tun, die vor 25 Jahren getroffen wurde.

Zur Jubiläumsveranstaltung in Kirchehrenbach hatten Claus Schwarzmann, der Vorsitzende des Landschaftspflegeverbandes, und Andreas Niedling geladen, der als Gebietsbetreuer für das Walberla zuständig ist.
Die Zahl der Gebietsbetreuer lässt sich an fünf Fingern abzählen - wer dieses Amt einmal übernommen hat, den lässt es nicht mehr so schnell wieder los. Diese Kontinuität ist eine der Stärken - für das Walberla ebenso wie für die Menschen, die dafür Sorge tragen.

"Kein Rummelplatz"

"Heiliger Berg der Franken" wird das Walberla gern genannt. Der Vorsitzende des Bundes Naturschutz (BN), Heinrich Kattenbeck, sprach vom "Kronjuwel Walberla", einem Kleinod, das es zu schützen gelte.

Mit der Schutzvereinbarung von 1987 sei "das Walberla allen Menschen anvertraut", und es müsse verhindert werden, dass der Berg zu einem "touristischen Rummelplatz" verkomme. Bei aller Freude über das "Silberjubiläum" hatte der BN-Vorsitzende aber auch ein paar kritische Anmerkungen zu machen - etwa zum Walberlafest am ersten Maiwochenende. Kattenbeck räumte immerhin ein, dass dieses Fest im Verlaufe der Jahre verträglicher geworden sei. Ein Wegeleitsystem sei eingeleitet, aber noch nicht vollendet.

Daran gelte es noch weiter zu arbeiten. Und er machte deutlich: "Der Bund Naturschutz wird sich immer einmischen, wenn die Verordnung von 1987 in Gefahr gerät." Ältere Aufnahmen, die Andreas Niedling zusammengetragen hatte und bis in die Zeit um 1930 zurückreichen, zeigen, wie gedankenlos man mit diesem Kleinod früher Raubbau betrieben hat. Bis noch vor wenigen Jahren konnte man mit dem Auto bis fast hinauf zur Walburga-Kapelle fahren, bis die motorisierten Besucher durch die Anlage eines Parkplatzes auf dem letzten Abschnitt zu einem Fußweg zwang. Der Weg aus Richtung Schlaifhausen war fast so etwas wie eine Autobahn en miniature, und auch von Kirchehrenbach her sah das nicht viel besser aus.

Gebietsbetreuer wie Andreas Niedling und seine Mitarbeiter sehen sich auch heute noch durchaus mit Aggressionen konfrontiert, wenn sie versuchen, bei den Menschen in höflicher Weise Verständnis für die Natur zu wecken und sie auf Fehlverhalten hinzuweisen.

Die Natur auf dem Walberla ist in vieler Hinsicht etwas Besonderes - mit Pflanzen wie Habichtskraut, Pfingstnelken und anderen. So gibt es das Habichtskraut weltweit an keinem anderen Ort als am Rodenstein. Das gilt auch für die Mehlbeere.