Die Vorstandswahlen des CSU-Ortsverbands Weilersbach führten zu einer starken Verjüngung der Führungsspitze: Das Amt des Vorsitzenden hat der 25-jährige Patrick Friepes inne; ihm zur Seite steht die 27-jährige Franziska Scheu. "Eine super Doppelspitze", kommentierte der nicht mehr kandidierende bisherige Vorsitzende Marco Friepes das Ergebnis. Er hält die Zeit "reif für neue Ideen und die nächste Generation". Genau dies bilde das Wahlergebnis ab.

Rückbesinnung auf eine konservative Volkspartei

Die Rückbesinnung auf eine konservative Volkspartei stellte dabei Scheu an die Spitze der Zielrichtungen. Sie setzt auf einen Umbruch in Weilersbach und in Bayern, wo man bei der Landtagswahl gerade noch mit einem blauen Auge davon gekommen sei. Das müsse aufgearbeitet werden, indem die CSU jünger und weiblicher werde, wobei nicht allein Quantität ausschlaggebend sei. Angesichts der derzeitigen "politischen Hysterie" forderte Scheu "den Wandel nachhaltig und erträglich zu gestalten".

Mit dem Kassier Lars Schrettenbrunner (41) und Schriftführerin Marina Fink (31) wurde ein Team gewählt, das die Generation der Familiengründer repräsentiert. Auch unter den neun Beisitzern sind viele Junge vertreten - neben politischen Amtsinhabern wie dem amtierenden Bürgermeister Gerhard Amon und den Ratsmitgliedern Michael Sitter und Roland Dauer auch Kerstin Glaser, Ulli Mauser, Thassilo Hager, Marina Amon, Lukas Paul und Andreas Lang.

Höchster Anteil an AfD-Wählern

In seinem Arbeitsbericht verwies Marco Friepes auf das örtliche Wahlergebnis bei der Landtagswahl 2018. Er sei zufrieden. Nachteilig sei lediglich gewesen, dass Weilersbach den höchsten prozentualen Anteil an AfD-Wählern im Kreis Forchheim zu verzeichnen gehabt habe. Er habe mit ihnen das Gespräch gesucht. Es wurden aber häufig nur "laute Gespräche". Beim Bericht der örtlichen Mandatsträger verwies der scheidende Vorsitzende auf einen Leserbrief, der dem Gemeinderat vorwirft, mit der Ablehnung eines Bauantrags für Seniorenwohnungen habe der Rat ein negatives Zeichen gesetzt. Roland Dauer wies ausdrücklich darauf hin, dass der Antrag zum jetzigen Zeitpunkt - noch vor dem Umlegungsverfahren - formal unzulässig war: "Wir haben mitnichten etwas gegen Senioren." Er bedauerte, dass der Investor in der Phase der Bebauungsplanentwicklung seine Idee nicht geäußert habe.

Die Wahl leitete CSU-Kreisvorsitzender Michael Hofmann. Den Landtagsabgeordneten nahm Marco Friepes ordentlich in die Pflicht, wie denn die Staatsregierung die Kostenfolgeprobleme, nachdem die Straßenausbausatzungen abgeschafft worden sind, ausgleichend regeln wolle.

Sanierung der Weißenbacher Straße

Akut ist in Weilersbach die Generalerneuerung der langen Weißenbacher Straße. Die Kosten werden bei rund einer Million Euro liegen. Mit den 60.000 Euro, die rechnerisch auf jede bayerische Gemeinde aus Staatsmitteln entfallen, ließe sich das Vorhaben nicht stemmen. Hofmann verwies auf den Fakt, dass bislang die Kommunen jährlich knapp 65 Millionen Euro in den Straßenbau investiert haben, der Staat aber um die 100 Millionen im Doppelhaushalt bereitstellen wolle.