Die traditionelle Frage nach der weitesten Anreise erübrigte sich für Edmund Kainer beim 30. Burker Weinfest, denn zur Wahl der Weinkönigin begrüßte der Miterfinder, Hauptorganisator und Moderator der Veranstaltung eine Französin und eine Brasilianerin auf der Bühne des Kirchweihzelts, das seit 1989 eine Woche länger steht. Der Titel blieb aber im Landkreis und sogar im Verein: Die Heroldsbacherin Stefanie Sauer (19) aus der Fußball-Bezirksliga-Mannschaft des FC setzte sich gegen ihre vier Konkurrentinnen durch und deshalb die Krone auf.

Sechs ehemalige Königinnen

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Kainer wollte vor der Wahl von den Kandidatinnen wissen, ob zum Zeitpunkt des ersten Burker Weinfests die Berliner Mauer noch stand und ließ sie schätzen, wie viele ehemalige Weinköniginnen unter den 600 Gästen waren. Den internationalen Anwärterinnen gab er in sofern Hilfe, dass er der in deutsch gestellten Frage ein "Yes or No?" bzw. "Four, Six or Eight?" anhängte. Doch Jeanne aus Frankreich (28) und Camila aus Brasilien (27) bekamen auch sinnvolle Unterstützung - und zwar aus dem Publikum. Vor allem vom Tisch um die Burkerin Johanna Hofmann, die ihre Arbeitskolleginnen mitgebracht hatte und sogar noch eine Österreicherin und eine Inderin auf die Bühne hätte schicken können.

Nationalhymne farbig unterlegt

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Dort spielten den ganzen Abend die Trunstadter Musikanten eine Mischung aus Schlagern und Blasmusik. Eines der ersten Lieder war wie immer die Nationalhymne, für die die weitgehend in Tracht gekleideten Festbesucher schwarze, rote und gelbe Regenponchos ausgehändigt bekamen. Zwischendurch gab es Gastauftritt von Lisa-Marie Holzmann aus Röttenbach. "Sie hat eine wirklich sagenhafte Stimme und wird die Helene Fischer Frankens genannt", sagt der FC-Pressebeauftragte Christian Büttner über die 21-Jährige.

"Wir haben es geschafft, immer wieder neue Gäste in einer für ein Weinfest untypischen Stadt zu begeistern und waren immer ausverkauft. Es gibt sogar Leute, die bei allen 30 Ausgaben dabei waren", freut sich Edi Kainer, der sich erinnert, dass die Idee von Reinhold Gareus anfangs belächelt wurde.

Der Erfolg des Burker Weinfests gründe sich auch auf das Programm, das nicht nur aus Essen und Trinken besteht. "Wir hatten viele tolle Saalwetten, dazu VIP-Gäste wie Landräte, Bürgermeister, die Meerrettichkönigin und den Karpfendoktor aus dem Aischgrund", erzählt der 60-Jährige. Auch "die Queen" und "Elvis Presley" waren - zumindest optisch - schon zu Besuch. "Es waren 30 faszinierende Feste. Prost, bis nächstes Jahr", sagt Kainer.