Mit betreutem Wohnen Landärzte stärken und ein Baugebiet für junge Familien für den Kindergarten und die Grundschule: Das sieht Bürgermeister Helmut Taut (Freie Wähler) in einem Entwicklungskonzept für den Markt Wiesenttal, welches er in der Bürgerversammlung in Muggendorf einem interessierten Publikum vorgestellt hat. Während es sich beim Bau von Wohnungen für ältere Menschen auf dem Gelände des aufgelassenen Freibades in Muggendorf um eine Wunschvorstellung handle, gebe es für die Erweiterung des Baugebietes "Wirtsäcker 2" in Niederfellendorf bereits bauleitplanerische Vorgaben.

Ein künftiger Bebauungsplan umfasst dort 24 Einfamilienhäuser. Die Bürgerversammlung im Gasthof "Kohlmannsgarten" mit 30 Besuchern verlief harmonisch. Das Gemeindeoberhaupt hätte sich zwar einen etwas stärkeren Besuch gewünscht, doch "wer kumma will, is do". "Wir haben zwar keine glorreichen Zeiten vor uns, doch finanzielle Entspannung ist in Sicht", begann der Bürgermeister seinen rund einstündigen Vortrag.

Zu einem Schuldenabbau habe auch ein Geschenk aus München in Form von Stabilisierungshilfen beigetragen. Kritik übte Taut an der Gerichtsentscheidung hinsichtlich des Tatbestandes der Kreisumlage auf Grund der Klage der Stadt Forchheim. Das Urteil ziehe einen Rattenschwanz an Verwaltungsaufwand nach sich, "bei dem hoffentlich nichts dabei herauskommt". Erfreulich sei das kontinuierliche Aufkommen bei der Gewerbesteuer, das im abgelaufenen Haushaltsjahr bei 700 000 Euro lag. Die Grundsteuer, etwas über 300 000 Euro, bleibe stabil. Mit einer Einkommensteuerbeteiligung um die 1,2 Millionen liege der Markt im hinteren Drittel im Landkreis.

Lobende Worte fand Taut für den Betrieb der Binghöhle. Die Leitung lasse sich immer etwas einfallen, um Besucher anzulocken. Beim Freibad spiele das Wetter die Hauptrolle, ein Draufzahlgeschäft sei es indes immer. Zu Spitzenzeiten waren es 44 000 Besucher im Jahr, im vergangenen Sommer die Hälfte. Hier gelte die nüchterne Erkenntnis: "entweder leist ma uns ans, oder leist ma uns kans".

"Mit den Einwohnern kommen wir nicht vorwärts", so das Gemeindeoberhaupt. Darum sei die Ausweisung neuer Baugebiete notwendig. Wegen der geringen Klassenstärke zum Schuljahresbeginn habe man kämpfen müssen, eine vierte Lehrkraft zu bekommen. Dies wurde am Ende doch geschafft, da die Zahlen in den nächsten fünf Jahren wieder passen. Keine Probleme gebe es mit den Asylsuchenden. "Mir merken gar net, dass sie da sind."

Schließlich wurde noch einiges Zahlenwerk zur Kenntnis vorgelegt. So betrug der Rechnungsabschluss 2017 knappe 8,8 Millionen Euro. 5,5 Millionen Euro entfallen auf den Verwaltungshaushalt. Der Schuldenstand sei auf 2 217 Euro pro Einwohner gesunken. "Damit lässt sich's leben", so der Kommentar des Bürgermeisters.