Den Feuerwehrleuten bietet sich ein grausames Bild: Auf der Treppe entdecken sie die halbverkohlte Leiche eines jungen Mannes. Das war im August 2011 bei dem entsetzlichen Wohnhausbrand in der Wiesentstraße. Glück hingegen hatte 2005 eine Frau in der Hans-Sachs-Straße. Aufmerksame Nachbarn hatten in dem Mehrfamilienhaus bemerkt, dass ein in einer Erdgeschosswohnung installierter Rauchmelder Alarm ausgelöst hatte. Die Hausbewohner brachten daraufhin die Wohnungsinhaberin in Sicherheit und verständigten die Rettungskräfte!

"Nur zwei, drei Atemzüge mit Rauchgas im Schlaf - und es ist vorbei", beschreibt Wolfgang Penther, der Pressesprecher der Feuerwehr Forchheim, das Tückische von Wohnungsbränden. "95 Prozent der Brandtoten fallen laut Statistik nicht den Flammen zum Opfer sondern sterben an Rauchvergiftung".

Rauchmelder können Lebensretter sei: Deshalb ist zur Jahreswende die Einbaupflicht nun auch in Bayern in Kraft. Die Feuerwehren tun alles um die Bevölkerung zu informieren. So auch die Reuther Rothelme, die in ihrem Flugblatt "Brandaktuell 2013" auf die Rauchmelderpflicht aufmerksam machen. Demnach müssen ab 2013 alle neu gebauten Wohnungen und Umbauten mit Rauchmeldern ausgstattet werden. Für bestehende Wohnungen gibt es eine Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2017.


Aufklärung tut not

"Wir klären regelmäßig über das Thema auf - beispielsweise beim Tag der Feuerwehr", betont der Reuther Feuerwehrkommandant Jochen Wölfel. Dennoch schätzt er , dass 40 Prozent der Bevölkerung immer noch keinen Rauchmelder in ihrer Wohnung haben. Es versteht sich von selbst, dass im Hause Wölfel gleich mehrere der kleinen Lebensretter installiert sind - und zwar in jedem Stockwerk. Jochen Wölfel, der auch eine Heizungsbaufirma betreibt, ist so überzeugt von den Geräten, dass er schon Rauchmelder zu Weihnachten als Kundenpräsente verschenkt hat.

Auch Wolfgang Penther von der Feuerwehr Forchheim hat in seinem Haus mehrere Rauchmelder installiert: im Wohnzimmer, im Schlafzimmer und jeweils einen in den Gängen , im Erdgeschoss und ersten Stock. "Denn der Rauch zieht immer von unten nach oben", erklärt Penther. Beim Kauf sollte man auf Qualität Wert legen, betont der Feuerwehr-Sprecher. In ihrem Informationsblatt rät die Feuerwehr Forchheim: "Achtten Sie beim Kauf auf das GS-Zeichen, das VDS-Zeichen und die CE-Europanorm".


Verstärkte Nachfrage

"Wir merken schon, dass der Absatz stärker wird", stellte der Forchheimer OBI-Marktleiter Albert Krumm fest. Von einem Boom könne man aber noch nicht sprechen. Kundenberaterin Bettina Sturm erklärt, dass es bereits Geräte ab 6,99 Euro gebe - die hochwertigeren seien für rund 30 Euro zu haben. Die besten Rauchmelder würden sich u.a. durch Lithium-Batterien auszeichnen, die laut Herstellerangaben eine Lebensdauer bis zu zehn Jahren haben.