"Durch unser Forschungsprojekt versuchen wir Möglichkeiten zu finden, wie wir durch die neuen Technologien querschnittsgelähmten Menschen das Leben erleichtern können und sie so eine bessere Lebensqualität erhalten", erklärt Peter Kaiser, Geschäftsführer der Kaiser-Amm GmbH in Forchheim.

200 000 Euro Förderung

Um diesem Ziel mit ihrem Forschungsauftrag näher zu kommen, erhielt das Unternehmen vom Medical Valley Fördermittel in Höhe von 200 000 Euro. Zusätzliche Unterstützung bekommen sie durch den Freistaat Bayern.

Durch eine Systematisierung der Produkte soll eine einfachere und gezieltere Auswahl möglich sein, die speziell an die Bedürfnisse der Menschen angepasst werden soll. Zudem erarbeitet die Kaiser-Amm Gmbh Softwarelösungen, die zum einen eine leichtere Integration in Häusern erlauben und zum anderen eine Kombination verschiedener Produkte ermöglichen.

Die konkrete Umsetzung in Gebäuden sei noch immer ein großes Problem, erklärt Kaiser. "Vielleicht lässt sich so bei den Unternehmen ein Umdenken anstoßen."

Vom Öffnen der Fenster, der Heizung oder dem Licht ein- und ausschalten, dem Bedienen von Haushaltsgeräten oder Home-Entertainment wie dem Fernseher - all diese Bereiche stellen körperlich eingeschränkte Menschen oftmals vor große Herausforderungen.

Durch Sprach- oder Saug-Blas-Steuerung sowie Kinn-Joysticks gibt es hier schon viele Möglichkeiten, den Menschen das Leben zu erleichtern. In dem Forschungsprojekt arbeitet die Kaiser-Amm GmbH mit Forschungspartnern der Wilhelm Löhe Hochschule sowie der Universität Heidelberg zusammen.

Ziel: Atlas als Orientierungshilfe

Professor Jürgen Zerth, Gesundheitsökonom an der Wilhelm Löhe Hochschule, erklärt: "Es geht darum, herauszufinden welche Technologien sich zuhause einfach einbauen lassen."

In der Arbeit mit seinem Kollegen Peter Jaensch, Soziologe und Gerontologe, versuchen sie anhand von Interviews und Fallstudien herauszufinden, wer der Nutzer ist und was dieser benötigt.

Ziel ist es am Ende eine gute Übersicht über die verschiedenen Assistenzsysteme in einer Art "Atlas" zu erstellen. "Der und die Produkte darin sollen außerdem sofort markttauglich sein", so Zerth. Das lobt auch Marco Wendel, der bei Medical Valley für Fördermittelberatung und Förderprojektmanagement zuständig ist: "Es hilft den Patienten und kann schnell umgesetzt werden."