Wer hätte gedacht, dass Holz-Kochlöffel nicht nur zum Kochen geeignet sind? Spätestens nach dem fulminanten Auftritt der vier jungen Musiker haben die Dormitzer bei der Veranstaltung "Der FT bei uns" bewiesen, dass 2000 Einwohner einiges im Vereinswesen und der Gesellschaft auf die Beine stellen können. Der FT-Moderator Josef Hofbauer schaffte es, selbst alteingesessene Gemeindemitglieder mit der Auswahl der Beiträge zu verblüffen.

Pünktlich, als auch der letzte aller 125 Plätze im Gasthof "Grüner Baum" vergeben ist, beginnt es draußen zu schütten. Passend dazu singen Otto Rehm, Ottilie Heid und Petra Geisler: "Die Erde braucht Regen...". Der Volksmusiker aus Dormitz hat sich vor 30 Jahren das Zither spielen selber beigebracht. Während Rehm im Laufe des Abends immer wieder von seinem Platz aus für das musikalische Rahmenprogramm sorgt, erfordert Florian Haburs Auftritt Umbaumaßnahmen im vollen Saal. Mit seinem Marimbaphon kann er zu Hause nicht nur den Keller füllen, sondern spielt er auch gerne auf Festen "wenn er gefragt wird", sagt Habur.

Ein XXL-Xylophon
Die Klöppel fest zwischen die Finger geklemmt und trotzdem jede Bewegung locker aus den schwarzen Hemdsärmeln geschüttelt: Nach dieser Vorführung wünschte sich jeder Dormitzer mehr von dieser Musik. Zwar blieb keine Zeit für eine Zugabe auf dem XXL-Xylophon, enttäuscht wurden die Zuschauer aber auch beim nächsten Beitrag nicht.

Das Marimbaphon wich einem Tisch, vier Stühlen und acht Kochlöffeln. Statt Servietten gab es Notenblätter. Na dann: "Mahlzeit!" Auf Kommando ging es mit Schlagen, Hüpfen, Stampfen los. Es sieht fast so aus, als würden die Jungs bei Tisch miteinander reden. Zugegeben, die Percussion-Komposition ist eine außergewöhnliche Art und Weise, sich zu unterhalten. Aber eine, an die man spätestens beim nächsten Einsatz mit einem Kochlöffel in der Küche denken muss.