Die Töpferei in Neusles 9 (Stadt Gräfenberg), für die es vom Fränkische-Schweiz-Verein ein Sonderlob in Form eines Schmuckziegels gab, ist im ehemaligen Kuh- und Schweinestall untergebracht. Ihre Ausbildung im Töpferhandwerk absolvierte Kunzmann von 79 bis 82.

Seit 1986 fertigt sie in ihrem Laden liebevoll im Detail gestaltete Gebrauchskeramik, frei von jeglichen Schwermetallen oder anderen Schadstoffen. Das nach alten Mustern von Hand bemalte Geschirr stellt Ulrike Kunzmann hauptsächlich auf der Drehscheibe her. Nur in Einzelfällen modelliert oder montiert sie Keramik-Gegenstände oder Skulpturen für Haus und Garten.

Übrigens: Von der Qualität der Teller, Tassen und Töpfe können sich die Gäste im 2005 eröffneten Café überzeugen, denn das bei 1100 Grad im Elektroofen gebrannte Geschirr, das dort verwendet wird, stammt ausschließlich aus Eigenproduktion. In dieses Café ist auch der Verkaufsraum der Keramikwerkstatt integriert. In der urigen Wirtsstube - der Hausname des Anwesens lautet Wirt - finden rund 30 Personen Platz. Bei der Renovierung des Hauses haben sich die Kunzmanns von vielen Besuchen im Fränkischen Freilandmuseum in Bad Windsheim inspirieren lassen.


"Statt Wurst mit Musik”

Die Wände zieren Bilder von Peter Thiele, der im Zuge der Aktion "Kunst und Genuss rund ums Walberla" hier seine Werke präsentiert. "Als Mitglied des Tourismusvereins 'Rund ums Walberla' war es für uns eine Selbstverständlichkeit, unsere Gaststube für die Kunst zu öffnen", betont Ulrike Kunzmann.

Sie ist ebenso musikbegeistert wie ihr Mann Ernst, der von Beruf Schreiner und Holzbau-Ingenieur ist. Beide spielen in der fränkisch-frechen Volksmusikformation "Statt Wurst mit Musik”, deren CDs es auch im Café zu erwerben gibt. Auftritte der Gruppe sind aber Mangelware geworden, seit der Leiter der Gruppe schwer erkrankt ist.

Musik machen sie aber dennoch als Mitglieder der "Gründer Saitenmusik". Mit Geige, Zither, Gitarre und Streichbass sind sie bei allen möglichen Fest- und Feierlichkeiten zu hören. Die Kunstausstellungen mit bis zu zehn Kunstschaffenden, die Ulrike und Ernst Kunzmann bislang im Frühjahr und im Herbst ausgerichtet haben, wird es allerdings künftig nicht mehr geben. "Das ist uns zu aufwändig geworden", bedauert Ulrike Kunzmann und schenkt eine Tasse schwarzen Tee nach.