Das Sturmtief "Fabienne" hinterließ am Sonntagabend eine Spur der Verwüstung. Die Böen rissen alles um, was ihnen im Weg stand.Bäume wurden geknickt, Stromleitungen herbgerissen, der Zugverkehr stand still.

Die integrierte Leitstelle Bamberg-Forchheim zählte in kürzester Zeit rund 500 Anrufe über die Notrufnummer und alarmierte im Landkreis Forchheim die Feuerwehren zu rund 180 Einsätzen. "Die Einsatzzahlen dürften im gesamten Landkreis Forchheim aber deutlich höher sein", erklärt Kreisbrandrat Oliver Flake. Er geht von bis zu 500 Einsätzen aus, die von den örtlichen Wehren zusätzlich abgearbeitet werden mussten.

Allein in der großen Kreisstadt Forchheim waren über 40 Einsätze durch die Stadt und alle Stadtteilwehren zu bewältigen. Fast alle Feuerwehren des Landkreises und die THW Ortsverbände Forchheim und Kirchehrenbach waren bei den Einsätzen gefordert.

Baum fällt auf Wohnhaus

Alleine von der Stadtfeuerwehr waren 40 Aktive mehrere Stunden im Einsatz. Sie beseitigten einen rund 25 Meter hohen Baum mit einem halben Meter Durchmesser, der in der Karolingerstraße auf ein Wohnhaus gestürzt war. Ferner räumten sie einen weiteren 25 Meter hohen Baum, der durch die Windlast gespalten wurde und teilweise auf ein Wohnhaus am John-F.-Kennedy-Ring gestürzt war aus dem Weg. Besonders heikel: Die Feuerwehrler mussten eine durch den Wind herabgefallene, aber weiterhin unter Spannung stehende Stromleitung bis zum Eintreffen des zuständigen Energieversorgers nahe des Forchheimer Stadtteils Burk sichern.

Zugverkehr lahm gelegt

In der Fritz-Hoffmann-Straße drohten Teile der Dachkonstruktion eines mehrgeschossigen Wohngebäudes herabzustürzen. Sie wurden von den Einsatzkräften mit Hilfe der Drehleiter gesichert. Darüber hinaus mussten zahlreiche umgestürzte und stark beschädigte Bäume, die Fahrbahnen oder Gehwege blockierten, beseitigt und weitere sturmbedingte Einsätze abgearbeitet werden. Die Feuerwehren im Stadtgebiet waren bis 3.30 Uhr im Einsatz. Der Zugverkehr auf der Strecke zwischen Erlangen und Forchheim war wegen eines Baumes, der auf die Schienen gefallen war, vorübergehend gesperrt. Züge wurden während des Sturms aus Sicherheitsgründen zurückgehalten. Dadurch kam es zu Verspätungen im Fernverkehr. Während hier der Fahrbetrieb wieder aufgenommen werden konnte, war die Strecke Nürnberg-Nordost - Gräfenberg, die ebenfalls durch Sturmholz im Gleis blockiert war, auch am Montag gesperrt. Dazu teilte die DB-Netz mit: "Erst nach eingehender Erkundung und anfallender Reparatur der Gesamtstrecke kann der Verkehr wieder frei gegeben werden."

Der Stadtförster und Revierleiter der Stadt Forchheim, Stefan Distler, informiert, dass dase Sturmtief "Fabienne" auch in den Waldgebieten in und um Forchheim starke Schäden im Baumbestand verursacht hat. Er rät deshalb dringend davon ab, in den nächsten Tagen Waldspaziergänge zu unternehmen. "Es besteht Gefahr für Leib und Leben!", so Distler.

Lebensgefahr im Wald

Er erklärt: "Bei allen Baumarten besteht die Gefahr, dass an- und abgebrochene Äste und Kronenteile herabfallen können. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass dadurch Spaziergänger verletzt werden." Betroffen sind der Stadtwald (Distrikt I, Burker Seite) und der Kellerwald (Distrikt II, Reuther Seite).

"Wir kommen mit den Aufräumarbeiten kaum nach" bestätigt Andreas Geck vom Grünamt der Stadt. "Der Stadtpark hat ausgesehen wie explodiert. Die Trauerweide hat der Sturm förmlich zerrissen", schildert Geck.

Vor der Ritter-von Traitteur Schule liegt ein entwurzelter Baum und beim Streckerplatz hat der Sturm einen Ahorn geköpft. Auf der Sportinsel liegen am Ufer des Regnitz-Altwassers fünf, sechs entwurzelte Zitterpappeln. Noch in der Nacht sperrten die Mitarbeiter des Gartenamtes in Sigritzau eine Straße, weil eine Baumkrone abgebrochen und auf die Straße gestürzt war.

Die Friedhöfe und die Von-Brun-Anlage, sowie der Stadtpark sind wegen der Aufräumarbeiten gesperrt. Auch die Stadtförsterei hat die offiziellen Zugänge zu den Waldgebieten mit weiß-rotem Absperrband abgesichert. Sämtliche Kräfte der Stadtförsterei seien im Einsatz, um die Schäden zeitnah zu beseitigen, bestätigt Förster Distler. Da vor allem viele Kronenteile und hochliegende Äste an- und abgebrochen sind, gestalten sich die Arbeiten langwierig und aufwendig. Es werden Hubsteiger eingesetzt. Stadtförster Stefan Distler rechnet damit, dass die Aufräumarbeiten eine Woche dauern.