Brannten letztes Jahr noch etwa 600 Wachslichter, waren heuer schon knapp 1000, und nächstes Jahr sollen es über 1000 werden. Dies verspricht jedenfalls Joachim Roppelt, der bei der ersten großen Lichterprozession des Winters in der Fränkischen Schweiz wieder als Vorbeter fungierte.

Der Aussichtsfelsen, der wie der Gößweinsteiner Ortsteil Wichsenstein heißt, stand dabei in Flammen. Zu Prozessionsbeginn wehte ein eisiger Wind was vielleicht auch der Grund gewesen sein mag, dass nicht so viele Gläubige am Abschlussgottesdienst teilnahmen.

Nicht nur den Wichsenstein hatten die fleißigen Helfer der Pfarrei St. Erhard in ein herrlich romantisches Licht getaucht, sondern auch die Wichsensteiner Tanzlinde in der Ortsmitte, die unter Denkmalschutz steht. Ebenso erleuchtet waren die Straßen entlang des Prozessionswegs.

Der örtlichen Feuerwehr, dem Pfarrgemeinderat, Vorbeter und Organisator Joachim Roppelt und Pfarrer Pater Flavian Michali ist es zu verdanken, dass der Wichsenstein wieder mit vielen Lichtern und bengalischen Leuchtfeuern zur Prozession erstrahlte - nach der letzten Betstunde der Ewigen Anbetung in der Pfarrkirche St. Erhard.


Wachs aus der Basilika

Pfarrer Michali gießt selbst die vielen Wachslichter zusammen mit den Mitgliedern des Pfarrgemeinderats mit, die dann von den Mitgliedern der Feuerwehr auf dem Wichsenstein und an den Straßenrändern von den jeweiligen Anliegern rechtzeitig vor Prozessionsbeginn angezündet werden. Der größte Teil des Kerzenwachses, das dazu eingeschmolzen wird, stammt wie in Nankendorf (Kreis Bayreuth) an Silvester von Kerzenresten aus der Basilika und der Klosterkirche Gößweinstein.

"Das ganze Jahr über werden von den Wichsensteinern auch leere Wurstdosen gesammelt, in die das mit Sägespänen gemischte Wachs dann gegossen wird", erklärt Joachim Roppelt. Der Docht in der Mitte besteht aus einem zusammengerollten Papierküchentuch. So brennen diese Wachkerzen dann länger als eine Stunde.


Geschichte

Vor etwa 30 Jahren war der Tag der ewigen Anbetung in der Pfarrgemeinde St. Erhard in Wichsenstein noch an Neujahr. Vom Erzbistum Bamberg wurde das dann auf den 7. Dezember vorverlegt. Für einige Wichsensteiner ist dies ein großer Nachteil, da die Anbetung nun auch auf einen Wochentag fallen kann. Da müssen dann viele arbeiten.

Begleitet wurde die Lichterprozession von der Feuerwehr und Soldatenkameradschaft Wichsenstein mit Fahnenabordnungen. Die Kinder hatten auch ihre Laternen vom Martinsumzug mitgebracht. Für die musikalische Umrahmung sorgten die Wannbacher Dorfmusikanten.