Jahrzehntealte Bäume, weder morsch noch krank noch zu nahe am Gräfenberger Kriegerdenkmal wachsend, sind für Bürger ohne nachvollziehbaren Grund gefällt worden. Zum Teil galten einige Bäume als Einzelbiotop, da sie mit Efeu bewachsen waren.

Der Gräfenberger Stadtrat Michael Striebich (Grüne) kritisiert, dass beim Rückschnitt der Hecken die naturschutzrechtlichen Vorgaben nicht beachtet worden seien (nach frühestens 15 Jahren Rückschnitt auf "Stock"). Striebich missfällt, was ihm und einigen Bürgern aufgefallen war, gerade weil sich die Stadt Gräfenberg erst in der vorherigen Sitzung dazu entschieden hatte, dem Bündnis "Kommunen für biologische Vielfalt" beizutreten. Er erwarte, dass sich die Stadt dementsprechend vorbildlich verhalte.

Seine Wunsch ist, dass vor Durchführung solcher Maßnahmen die Naturschutzbehörden und Naturschutzfachleute miteinbezogen werden, dass die Bauhofmitarbeiter oder auch der Auftragsfirmen naturschutzrechtliche Schulungen erhalten und dass in den Verträgen mit solchen Auftragsfirmen das Einhalten der naturschutzrechtlichen Vorgaben festgelegt wird.

"Ich bin kein Holzwurm, aber wir haben uns auf die Fahne geschrieben, den Natur- und Umweltschutz nicht links liegen zu lassen", beteuert Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD) und nennt auch die pestizidfreie Stadt als weiteren Punkt, der das deutlich mache. Doch wo gearbeitet werde, passierten auch Fehler. Ein Dorn im Auge sei es ihm, wenn etwas schief gehe. Doch beim Vorfall am Kriegerdenkmal gebe es andere Voraussetzungen.


Plan der Forstwirtschaft

Der Baumbestand am Kriegerdenkmal gehörte nicht zur freien Flur, sondern sei Wald. Der kommunale Wald unterliege einer Verwaltung. Da gebe es Pläne der Forstwirtschaft. Für die Umsetzung der Pläne sei Förster Stefan Ludwig in Egloffstein zuständig. Dieser habe darüber auch ein Schreiben an die Stadt geschickt und das Vorgehen ausführlich erläutert und dargestellt.

Das Gebiet "Steinleite" sei als Verkehrs- und Denkmalsicherung in dem Plan gekennzeichnet. Dass ein Wald bewirtschaftet werden müsse, sieht Matthias Striebich ein. Doch was entfernt wurde, sei schon weit vom Denkmal entfernt gewesen. Der Förster sei der Fachmann. Doch auch der Förster oder die Mitarbeiter des Bauhofs sollten sich die Gesichtspunkte zu Herzen nehmen und die Naturschutzbehörde um Rat fragen.

Da platzte in der Stadtratsitzung Hans Derbfuß (CSU) der Kragen, der es als Frechheit empfand, dass der Antrag überhaupt Platz auf der Tagesordnung fand. Striebichs Aussage stelle die Mitarbeiter des Bauhofs in ein schlechtes Licht. Und den Genannten eine Schulung anzubieten, betrachte er als Beleidigung. Der Förster oder auch die Jäger wüssten durchaus mit der Natur umzugehen.

Matthias Striebich findet es nicht beleidigend, wenn Mitarbeitern Schulungen angeboten werden. Verärgert ist auch Heinz Hofmann (FW), der den Förster kenne und bestätigen könne, dass Ludwig sehr auf die Natur achte. Den Naturschutz werde die Stadt weiter hochhalten.


Zwei Haltestellen in Walkersbrunn

Die Situation in Walkersbrunn wurde entschärft. Dort war mitten in der Kurve die Bushaltestelle. Nun sind in dem Ort zwei Bushaltestellen eingerichtet, so dass niemand mehr an der Straße ohne Gehweg dem Schwerlastverkehr ausgesetzt ist.