An Feiertagen geht es in der Tierwelt genauso zu, wie am Kaffeetisch bei Großmuttern: viele Gäste und noch mehr zum Fressen. Die Tiere sind satt, doch weder der Besucher, noch das Tier sehen ein: "Nicht füttern". Die Folge: Überfressen - und im Fall von drei verendeten Alpakas im vergangenen Jahr, das Falsche gefressen.

Im Wildpark Hundshaupten mussten die drei Alpakas sterben, weil Besucher Eibe verfüttert haben. "Am Karfreitag letzten Jahres sind die Tiere gestorben", sagt Karola Wendschuh, Leiterin des Wildparks Hundshaupten. Das Gift der Eibe wirkte so schnell, dass kein Tierarzt mehr helfen konnte. Weil sich die Mitarbeiter im Tierpark sicher waren, dass sie nichts falsch gemacht haben, wurden die Alpakas im Landesamt für Tiergesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen untersucht.

In den Kadavern wurde Eibe nachgewiesen: "Rund um den Tierpark steht nirgends eine Eibe. Eigentlich müsste man wissen, dass Eibe giftig ist", sagt Wendschuh. Scheinbar nicht. Dass manche Besucher zuallererst an ihren Spaß denken, statt an das Wohl der Tiere, und deshalb drei Alpakas sterben mussten, das mache Wendschuh "traurig".

Im Gegensatz zu den vier Hirschen, die kürzlich im Wildpark Tambach an der Überfütterung mit Brot starben, wurde dieser Zwischenfall vom Landratsamt Forchheim und vom Wildpark vor einem Jahr nicht an die Öffentlichkeit getragen. Der Vorfall wird erst jetzt, ein Jahr später, auf Nachfrage unserer Zeitung bekannt. "Wir haben in einer Pressemitteilung im Mai 2013 noch einmal darauf hingewiesen, dass das Füttern mitgebrachter Speisen verboten ist", sagt Kathrin Schürr von der Pressestelle im Landratsamt. Solche Zwischenfällen könnten schon passieren und "im Wildpark Hundshaupten war es bei den drei Alpakas das erste Mal", sagt Wendschuh.

Wenn schon füttern, dann richtig

Das Füttern für alle ganz zu verbieten, hält Wendschuh für nicht durchsetzbar. Sie appelliert an den Verstand und die Vernunft der Besucher: Die Tiere bekämen täglich frisches, und vor allem spezielles Futter. Wer nicht ganz darauf verzichten möchte, kann sich an der Kasse im Wildpark für einen Euro eine Tüte mit geeigneten Futterpallets kaufen und seine Lebensmittelreste abgeben. "Wenn an einem Tag bis zu 4000 Menschen kommen, kann man nicht jedem in den Rucksack schauen", sagt Wendschuh.

Die Besucherinnen Hildegard Baer und Brigitte Möhner denken nicht daran, mitgebrachte Lebensmittel zu verfüttern: "Die Tiere hier leben im Schlaraffenland", sagt Möhner. Ihre Freundin hat am Morgen einen Futterbeutel an der Kasse gekauft, "aber die Tiere haben keinen Hunger mehr gehabt." Es seien gerade die zutraulichen Tiere in einem Wildpark, die sich überfressen, oder nicht mehr erkennen, was Gift für sie ist. "Bei uns darf man ja nicht mal mehr die Enten füttern", sagt Möhner, "wenn sowas angeschrieben ist, halte ich mich dran." Mit solchen Besuchern sind die Tiere auf der sicheren Seite - ob Feiertag, oder nicht.