Die Schlösser der Tür zu den Räumen der Jugend-Organisation Baiersdorf (JOB) an der Mittelschule wurden ausgetauscht. Veranlasst hat das Bürgermeister Andreas Galster (CSU). Deshalb stellte Jürgen Maiß (FW) zu Beginn der Stadtratssitzung einen Antrag zur Geschäftsordnung, das Problem auf die Tagesordnung zu nehmen. Über ihn durfte aber der Rat nicht abstimmen, weil nicht alle Ratsmitglieder anwesend waren.

Galster reagierte trotzdem. Er habe so gehandelt, weil es Beschwerden aus der Nachbarschaft wegen nächtlichen Lärms bei einer privaten Feier in den Räumen gegeben habe. Jürgen Ries (SPD) warf Galster Eigenmächtigkeit vor und griff das Thema bei den Ratsanfragen wieder auf. Galster erläuterte, dass er wegen der Beschwerden die Leitung der JOB angeschrieben habe. Die Korrespondenz geriet dann schleppend.

Der JOB-Sprecher Jakob Müller räumte ein, eine letzte E-Mail Galsters mit der Frage, wer namentlich und in welcher Funktion hier schreibe, nicht mehr beantwortet zu haben. Daraufhin, so Galster, habe er mit dem Auftrag zum Schlössertausch reagiert. Irgendwie müsse man ja wieder ins Gespräch kommen. "Meine Antennen sind auf Empfang geschaltet", betonte er.


Nötigung und Amtsanmaßung?

Sein Verhalten bewertete Ries als Nötigung und Amtsanmaßung. Galster reklamierte für sich einen Verstoß gegen die Vereinbarung der Stadt mit der Jugendorganisation. Die JOB habe zweimal private Partys feiern lassen, ohne die vereinbarte Genehmigung durch die Stadt beziehungsweise die Jugendpflegerin einzuholen. Zudem hätten die "Untermieter" keine Security während ihrer Party gestellt.


Alkoholexzesse

Diese Auflage wurde vor einiger Zeit vereinbart, nachdem nicht ortsansässige Jugendliche vor den Räumen der JOB eine Art Außenparty zusätzlich zur Veranstaltung der örtlichen Jugendlichen mit Lärm und Alkoholexzessen gefeiert haben.

Beide Seiten behaupteten, nie den Dialog verwehrt zu haben. Gleichwohl stellte Müller in den Raum, die JOB erwirke eine einstweilige Verfügung, wenn nicht bis Freitagmittag das alte Schloss wieder eingebaut sei oder die JOB die Schlüssel des neuen erhalte.

Galster zeigte sich entgegenkommend: Er versprach die Öffnung, wenn die JOB einen Terminvorschlag für ein Gespräch nenne. Einzig Müllsäcke sollten entfernt werden. Erika Baier (CSU) aus Igelsdorf will in dem Gespräch Bürgermeister und JOB auch behandelt wissen, dass nachts Ruhe sei.