Fast der gesamte Schulparkplatz in Gräfenberg war mit Feuerwehrautos besetzt. Einige Meter weiter, auf dem roten Hartplatz des Schulsportgeländes, eilten Jugendliche in ihrem Feuerwehreinsatzanzug über den Platz oder stellten sich im Team den Fragen der Wertungsrichter.

Doch was haben Fragen aus der Politik und sportliche Leistungen wie Kugelstoßen mit der Feuerwehr zu tun? Auch diese beiden Kategorien sind Teil der Deutschen Jugendleistungsspange, der sich 63 Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren aus dem gesamten Landkreis Forchheim unterzogen haben.

Höchstes Abzeichen

Mit der Deutschen Jugendleistungsspange, dem höchsten Abzeichen, das ein Jugendlicher in der Feuerwehr erwerben kann, ist die Ausbildung der Jugendlichen bei der Feuerwehr abgeschlossen. Die meisten von ihnen haben die Spange nicht nur sehr gut, sondern überdurchschnittlich abgelegt, hob Erwin Kress der Landesschiedsrichter der Feuerwehren hervor.

Ein Spaziergang war die Prüfung sicher nicht. Die jungen Frauen und Männer mussten einen kompletten Löschaufbau konstruieren, einen 1500 Meter langen Staffellauf hinlegen, zu dem auch das Kugelstoßen gehörte, sie mussten Fragen zu feuerwehrtechnischen Themen beantworten können, auch politisch Bescheid wissen, beispielsweise, welche Staatsform Deutschland hat und sie wurden in Schnelligkeit geprüft.

Überdurchschnittliche Leistung

"Dazu mussten sie eine 120 Meter lange Schlauchleitung in maximal 75 Sekunden aufbauen", erklärte Andreas Hofmann, der Pressewart der Kreisfeuerwehr Forchheim. Ein Blick auf die Stoppuhr zeigte bei den meisten Gruppen 60 Sekunden. Eben überdurchschnittlich gut und schnell.

Sieben Gruppen, bestehend aus neun Jugendlichen aus den unterschiedlichen Jugendwehren des Landkreis Forchheim, haben sich den Anforderungen unter den strengen Blicken der Wertungsrichter gestellt. Aus Weilersbach, Reuth, Kersbach, Eggolsheim, Heroldsbach, Oesdorf, Gosberg, Oberfellendorf, Leutenbach, Niedermirsberg, Buckenhofen, Störnhof, Hausen, Drügendorf, Walkersbrunn, Guttenburg und Gräfenberg kamen die Jugendfeuerwehrleute, die am Ende der mehrstündigen Prüfung ihre Abzeichen und Glückwünsche auf dem Sportplatz des Schulgeländes in Gräfenberg entgegennehmen durften.

"Die Spange zeigt nicht nur den Einsatz des Einzelnen, sondern der Gruppe. Nur gemeinsam kann man diese Leistung erbringen", sagte Kreisbrandrat Oliver Flake. Alle Gratulanten drückten nach der Begrüßungsrede von Christian Wolfrum, dem Jugendwart der Kreisfeuerwehr, Bewunderung und Dank aus. Als Vertreterin der Stadt Gräfenberg, den Gastgebern, hob dritte Bürgermeisterin Regine Bleckmann nicht nur das Engagement der Jugendlichen hervor, sondern betonte auch die Verantwortung, die die Jugendlichen mit ihrem Einsatz neben Schule und Hobbys tragen.

"Diese Pflicht habt ihr freiwillig mit eurem Eintritt in die Feuerwehr übernommen. Wir sind stolz und froh, dass ihr in Zukunft die Feuerwehren sichert", lobte Bleckmann.

Dem stimmte Landrat Hermann Ulm zu. "Ihr habt Können und Wissen bewiesen. Um im Ernstfall zu helfen, gehört die entsprechende Ausbildung dazu, die ihr heute erfolgreich abgeschlossen habt", lobte der Landrat.

Landtagsabgeordnete Michael Hofmann erinnerte sich an seine Jugendleistungsspange und das Abzeichen fürs Revers. "Ihr könnt es mit Stolz tragen", betonte Hofmann. Es sei nicht einfach und nicht selbstverständlich, die Qualität und der Wehren zu halten.

"Deshalb bauen wir auf euch. Wir brauchen euch alle, jeden Einzelnen", sagte Hofmann und bat die Jugendlichen, auch in Zukunft zu wissen, dass sie von den Feuerwehren und jedem Menschen gebraucht würden.