Morgens starten die Fahrzeuge vom Bauhof Neuses in Richtung Gosberg. Am Abend, wenn die Fahrer den Müll auf der Deponie abgeladen haben, kehren sie zum Kreis-Bauhof zurück. Weil die Touren zwischen Neuses und Gosberg nicht wirtschaftlich sind, werden die Abläufe der Kreis-Müllabfuhr neu strukturiert. Die 14 Fahrzeuge werden künftig in Gosberg untergebracht. Deponieleiter Gerhard Raab verweist auf eine Kalkulation der Kreis-Rechnungsprüfer: Demnach spart die Verlegung Fahrzeug- und Personalkosten - insgesamt etwa 156 000 Euro im Jahr.

Bevor der "Synergieeffekt" (Raab) erzielt werden kann, muss investiert werden. Eine Unterstellhalle wird benötigt; die Sozialräume auf dem Deponiegelände werden erweitert. Insgesamt will der Kreis 675 000 Euro ausgeben. Diese Ausgaben hätten sich in fünf Jahren amortisiert, sagte Landrat Reinhardt Glauber (FW) dem Umweltausschuss des Kreises. Warum nicht schon jemand früher auf diese Idee gekommen sei, fragte Kreisrat Erich Daum (FW). Das sein nur "historisch" zu verstehen, sagte der Landrat. Heißt: Jahrzehnte waren Müllabfuhr und Kreisbauhof in einer Hand.

Erst im Juli letzten Jahres war die "Müllabfuhr als eigenständiger Fachbereich aufgelöst und in die Deponie Gosberg eingegliedert" worden. "So gut die Lösung ist", sagte Hans-Jürgen Dittmann (CSU), "wer löffelt das aus"? Sprich: Worauf müsse im Haushalt verzichtet werden, um das 675.000-Euro-Projekt zu realisieren. Der CSU-Kreisrat regte an, die Neustrukturierung "langsamer anzugehen".

Während Dittmann aber schließlich mit der Mehrheit im Umweltausschuss für die Investition stimmte, blieb Susanne Diekmann (Grüne) bei einer ablehnenden Haltung: Sie sah in dem Projekt "kein zukunftsorientiertes Bauen" und mahnte zur Sparsamkeit. Diekmann bezweifelte, dass es bei den 675.000 Euro bleiben würde und sprach von einer "Milchmädchenrechnung", weil Bauprojekte erfahrungsgemäß "bis zu 30 Prozent teurer werden". Milchmädchenrechnung? "Ich verwehre mich gegen diesen Jargon", zürnte Landrat Glauber. Auch den "Pauschalvorwurf", dass jeder Bau 30 Prozent teurer werde, wies er zurück. Gerhard Raab erinnerte daran, dass die geschätzte Bausumme nicht aus seiner Abteilung, sondern von einem Ingenieur-Büro käme.